Samstag, 31. Oktober 2009

Poser im Finch Hatton Gorge ;)

Nachdem sich heraus gestellt hatte, das mein Plan, mit Ron nach Finch Hatton Gorge zu gehen und dort im Platypus Bushcamp (Platypus = Schnabeltier) in einem Baumhaus zu übernachten, leider auf Grund von Zeitmangel nicht umsetzbar seien würde, entschied ich mich, mich mit Josh (vom Pferderennen) zusammen zu tun und die Schlucht mit ihm zu erkunden. Leider mussten wir feststellen, dass das Wetter am heutigen Tag nicht so wirklich mitspielen wollte, denn pünktlich zum Beginn der "Wet-Season" – also der "Nassen-Saison", oder im deutschen auch Regenzeit - regnete es in Ströhmen. Es blieb uns also nichts anderes übrig als geduldig auf besseres Wetter zu hoffen und so verbrachten wir die Zeit in Joshs Wohnung mit dem Film "Die Weddingcrasher". Etwa anderthalb Stunden später nun also, sah das Wetter schon deutlich besser aus und so wagten wir uns ins Auto und fuhren die etwa 60 km westlich aus Mackay heraus zum Finch Hatton Gorge.


Bereits der Weg dorthin stellte sich als wirklich sehenswert heraus, denn die Landschaft wechselte so einige Male bedeutend. Während sich rund um Mackay größtenteils flaches Land erstreckt, das von allerlei Flussbetten geprägt ist, findet man ein bisschen weiter westlich ganze Bergketten, die mit ihrer dichten Bewachsung wunderbar grün aussehen.
Außerdem passierten wir auf unserem Weg Richtung Westen dutzende von Zuckerrohr Plantagen, die hier in Australien – zumindest in den nord-östlichen Gebieten, die ich bisher bereist habe – wirklich häufig sind. Interessant ist der Geruch, den das Beiprodukt der Zuckergewinnung – eine sirupartige Flüssigkeit, die sich, wie man mir erzählte, gut zum Düngen verwenden lässt (jedenfalls wenn man keinen allzu ausgeprägten Geruchssinn besitzt) – durch den Wind kilometerweit im Umkreis einer Zuckerrohrfabrik verbreitet. Man weiß immer sofort, wann der Farmer fleißig war ;)

Mit unserem blauen Flitzer ging es also beständig weiter Richtung Finch Hatton, bis wir schließlich in die Zugangsstraße des Naturschutzgebietes einbogen. Nun begann der abenteuerliche Teil unserer Reise, denn anstatt auf einer geteerten Straße, bewegten wir uns nun auf einem engen Schotterweg weiter. Über Stock und Stein ging es also weiter, bis wir schließlich an einem Bachübergang landeten. "Wie jetzt, da sollen wir wirklich durchfahren?!", dachte ich bei mir. Josh, der schon einmal hier war, schien das aber nicht sonderlich zu schockieren und so ging es schnurstraks durch den Bach hindurch.
Na das lässt sich doch mal sehen, oder? Eine Flussüberquerung im Auto... ich fühlte mich schon fast wie in einem dieser Cowboy-Streifen... nur, dass wir kein Pferd unter uns hatten.. dafür war unsere Pferdestärke aber etwas größer ;) Vorbei am Platypus Camp hielten wir nun also auf dem Parkplatz um uns ein wenig umzusehen. Wow, der große Wanderweg dauert ganze 2 Stunden? Ok... vielleicht doch nicht mehr heute, denn wir hatten es schon halb 4 Uhr. In 1 ½ Stunden würde es hier also dunkel sein und da macht das durch den Urwald zurück stapfen dann doch keinen so großen Spaß mehr.

Wir entschlossen uns also, nur den Anfang des Weges zu erkunden und am nächsten Wochenende erneut hinaus zu fahren um uns ein bisschen mehr Zeit zum Erkunden zu lassen. Außerdem hatte ich in Josh mal wieder jemanden mit Spiegelreflex Kamera gefunden, sodass wir für den Weg sicherlich doppelt so lange brauchen würden, weil wir zwischendurch wie die Verrückten fotografieren würden. Das machten wir aber auch jetzt schon auf den ersten Metern unseres Wanderweges und setzten uns und die Umgebung in Pose ;)



Auf unserem Rückweg zum Auto trafen wir dann noch auf einen ganz besonderen Genossen: Ein Kookaburra, der australische Nationalvogel – und auf deutsch übrigens "Lachender Hans" genannt, hihihihi – saß seelenruhig auf einem Bäumchen und bot sich uns liebevoller Weise als Foto-Modell an. Diese Gelegenheit kann man sich natürlich nicht entgehen lassen :) Ich hatte Kookaburras zwar schon im Zoo gesehen und in der Wildniss gehört (ihr Lachen, dass sie meist in der Dämmerung erklingen lassen, ist mit keinem anderen Vogel zu verwechseln), aber dieser war der erste, denn ich in der Wildniss tatsächlich erspäht hatte.

Kurz vor der Dämmerung machten wir uns nun also auf den Heimweg um nicht im Dunkeln die Strecke zurück legen zu müssen. Die tief stehende Sonne zauberte dabei noch ein wunderschönes Lichtspiel auf die kleinen Bächlein und Lichtungen und alles sah gleich ganz anders aus, als auf dem Hinweg.

Zurück in Mackay angekommen bot sich uns ein super Angebot: Da Josh mit einigen Mitarbeitern von "WIN News" - einem lokalen Fernsehsender – befreundet ist und diese für eine Filmpremiere im neuen 3D Kino in Mackay Freikarten bekommen hatten, bot man uns an, mit ins Kino zu kommen. Klar, dass wir da nicht nein sagten! Wir mussten uns jedoch ein bisschen beeilen, denn der Film sollte schon bald beginnen. Also hieß es über den Parkplatz hechten, wo uns Stephen schon erwartete um uns unsere Karten in die Hand zu drücken. Erst kurz vor der Kinotür bekam ich nun also die Möglichkeit zu sehen, in welchen Kinofilm wir gehen würden. "Final Destination 4" las ich da auf meinem Ticket und konnte mir ein halb verzweifeltes Lächeln nicht verkneifen. "Ok, also ein qualitativer Film, wird das ganz sicher nicht, aber vielleicht sind die 3D Effekte ja wenigstens gut". Also ging es hinein in den Kinosaal und auf die Suche nach einem Sitz. Vergeblich suchte ich jedoch nach einer Nummer auf meinem Ticket und erfuhr von - mich merkwürdig anstarrenden - Australiern, dass man hier fähig wäre sich selbst einen Platz zu suchen und keine Sitzplatz-Nummern bräuchte. Mensch, das hätte ich doch wissen müssen, schließlich sind wir nicht in Europa und hier drüben wohnt ja kaum einer ;) Da braucht man sogar bei einer Filmpremiere keine Sorge zu haben, dass Platz-Streitigkeiten entstehen.
Der Film stellte sich als genauso stumpfsinnig heraus, wie ich es erwartet hatte (für jene, die Handlung der Final Destination Serie nicht kennen: Es geht um Leute, die auf die ungewöhnlisten - und selten realistischen - Weisen sterben... und sie wissen, dass sie auserwählt sind bald zu sterben), aber die 3D Effekte waren wirklich interessant. Den ganzen Abend jedoch reagierten Josh und ich nun etwas eigenartig auf alles, was scharfkantig ist... Es kann ja nie schaden ;)

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