In der Nacht überfallen mich im „Sarg“ immer wieder nahezu klaustrophobische Anfälle. Man kann dort aber auch wirklich nicht mal seinen Oberkörper erheben
Dank mangelnder Toilette verschlägt es unsere Gruppenmitglieder mehrere Male in der Nacht in die Büsche
Am Morgen – im Hellen - entdeckt Yao, dass es doch eine Feldtoilette gegeben hätte... super!
Wir haben Glück mit dem Wetter und so ist es zwar nicht gerade warm, aber wenigstens sonnig
Wir Frühstücken und da die Asiaten gestern mit einem 30 Liter Tank 2 Mal unter fließendem Wasser abgewaschen haben, ist der Tank leer und wir können das Geschirr nicht abwaschen
Wir fahren zum Visitor-Center des National Parkes um uns frisch zu machen, das Geschirr aufzuwaschen und uns über die Wandermöglichkeiten zu informieren – gut, dass es in Australien so viele öffentliche Toiletten gibt
Wir entscheiden uns dafür zur Wineglass Bay zu wandern. Nach Beschreibung ein 3 Std Marsch
Die Wanderung ist schön und man kommt gut voran – wenn man das denn will. Unsere Asiaten trödeln hinterher und ich vermute bereits, dass uns diese Wanderung weit aus mehr Zeit kosten wird als geplant
Bereits vom Aussichtspunkt empfinden wir Wineglass Bay zwar als schön, aber keineswegs so atemberaubend, wie wir es erwartet hatten, was sich auch am Fuße des Berges, in der Bucht selbst, nicht ändert. Schade!
Der Aufstieg von der Bucht zurück den Berg hinauf ist wirklich wirklich anstrengend. Wenigstens brauchen wir jetzt keine Jacken oder Pullover mehr ;)
Nach etwa 4 ½ Std erreichen wir wieder das Auto und es geht weiter nach Bicheno
Dort im Informations Center erfahren wir, dass das Aquarium, wegen welchem wir hergekommen waren nicht mehr existiert
Wir entscheiden uns also uns an der Küste ein wenig umzusehen
Wir finden eine unglaublich schöne Bucht mit tollem Strand – wir einigen uns darauf: Das ist viel schöner als Wineglass Bay!
Weiter geht’s zur nächsten Attraktion: Dem „Blowhole“ (=Blasloch) von Bicheno
Wir haben unseren Spaß beim Fotos machen und Yao wird von einer Fountaine von Kopf bis Fuß durchnässt. Hihi!
Wir kehren zum Wohnmobil zurück und fahren nach Ross
Wir erreichen in Ross direkt zum Sonnenuntergang – perfekte Kulisse für die berühmte Ross Bridge
Die Temperatur ist seit der einsetzenden Dunkelheit rapide gesunken. Nun ist es sogar schon mit 2 Pullis übereinander wirklich kalt!
Nachdem wir auf dem letzten Campingplatz für jede Person im Auto hätten 10 Dollar mehr zahlen müssen (und sich das Womo dementsprechend wirklich nicht gerechnet hätte) entschließen wir uns ein wenig zu Gaunern und am Campingplatz nur 4 Insassen anzugeben. Niemand erwischt uns :P
Dick eingemummelt genießen wir unser BBQ
Völlig fertig vom vielen Wandern zieht es uns schon früh ins Bett – Yao und William haben sich freiwillig dazu gemeldet diese Nacht im Zelt zu schlafen. William möchte Fotos vom Sternenhimmel machen.
Die zweite Nacht im „Sarg“ lässt sich schon ein bisschen besser aushalten – man gewöhnt sich an das Raupen-hafte zum Ausgang schlängeln
Donnerstag, 8. April 2010
Mittwoch, 7. April 2010
Tasmanien - Logbuch Eintrag Nummer 1
Justin und ich stehen nach 3 ½ Stunden Schlaf auf, Duschen und essen Frühstück
Stellen nach dem Frühstück fest, dass wir bereits seit 15 Minuten im Shuttlebus zum Flughafen sitzen sollten
Schnappen uns ein Taxi und erreichen den Flughafen gerade noch rechtzeitig
Rennen zum Gate, da bereits der „letzte Aufruf“ über die Lautsprecher verkündet wird, nur um festzustellen, das die restliche Hälfte der Fluggäste ebenfalls noch fehlt
Erreichen den Flughafen Hobart und treffen dort auf den Rest der Truppe: Stephanie, Yao und William; alle 3 aus Taiwan
Holen bei Hertz unseren Campervan ab und fahren nach Hobart hinein um Essen einzukaufen
Haben den Kühlschrank aufgestockt und müssen nun unser Gepäck in den Stauräumen verstauen
Einige Verwirrung kommt auf, als Steph auf meine Aufforderung hin, sie möge doch bitte ihre Sachen in dieser Kiste unterbringen, einfach ihre Tasche reinstellt. Bei akutem Stauraummangel geht das mal garnicht. Ich stelle fest: Ich bin mit Camping Neulingen im Urlaub. Na das kann ja heiter werden.
Verständigungsproblem behoben und alle Sachen sachgerecht und so platzsparend wie möglich verstaut
Wir beginnen unsere Reise nach Norden
Es beginnt zu Regnen
Erster Stop: Kate's Beeren Farm nahe Swansea
Kein Regen
Ich genieße ein hervorragendes Stückchen Himbeer-Kuchen
Yao zerstört bei den Versuch den Innen-Tisch aufzustellen dessen Fuß-Verankerung
Wir behelfen uns mit dem Außen-Tisch, schließlich haben wir glücklicher Weise eine Regenpause abgepasst
Es folgten weitere Stunden Fahrt im Regen
Wir erreichen den Freycinet National Park erst gegen Abend
Der Campingplatz, den wir zu nutzen geplant hatten verlangt 60 Dollar für die Nacht
Wir finden das zu teuer und einigen uns auf einem Wildniss-Campingplatz (= nur Stellplätze, aber keine Rezeption, Sanitäranlagen oder Ähnliches) zu übernachten
Nach einigen Schwierigkeiten ihn zu finden treffen wir dort in der Dämmerung ein
Wieder einmal haben wir Glück und als wir ankommen Regnet es kurze Zeit nicht, sodass wir nicht nass werden
Wir verzichten dennoch darauf, das Zelt aufzustellen und quetschen uns für die Nacht zu fünft in ein 4-Mann-Womo; gute Entscheidung: Es Regnet die ganze Nacht









Stellen nach dem Frühstück fest, dass wir bereits seit 15 Minuten im Shuttlebus zum Flughafen sitzen sollten
Schnappen uns ein Taxi und erreichen den Flughafen gerade noch rechtzeitig
Rennen zum Gate, da bereits der „letzte Aufruf“ über die Lautsprecher verkündet wird, nur um festzustellen, das die restliche Hälfte der Fluggäste ebenfalls noch fehlt
Erreichen den Flughafen Hobart und treffen dort auf den Rest der Truppe: Stephanie, Yao und William; alle 3 aus Taiwan
Holen bei Hertz unseren Campervan ab und fahren nach Hobart hinein um Essen einzukaufen
Haben den Kühlschrank aufgestockt und müssen nun unser Gepäck in den Stauräumen verstauen
Einige Verwirrung kommt auf, als Steph auf meine Aufforderung hin, sie möge doch bitte ihre Sachen in dieser Kiste unterbringen, einfach ihre Tasche reinstellt. Bei akutem Stauraummangel geht das mal garnicht. Ich stelle fest: Ich bin mit Camping Neulingen im Urlaub. Na das kann ja heiter werden.
Verständigungsproblem behoben und alle Sachen sachgerecht und so platzsparend wie möglich verstaut
Wir beginnen unsere Reise nach Norden
Es beginnt zu Regnen
Erster Stop: Kate's Beeren Farm nahe Swansea
Kein Regen
Ich genieße ein hervorragendes Stückchen Himbeer-Kuchen
Yao zerstört bei den Versuch den Innen-Tisch aufzustellen dessen Fuß-Verankerung
Wir behelfen uns mit dem Außen-Tisch, schließlich haben wir glücklicher Weise eine Regenpause abgepasst
Es folgten weitere Stunden Fahrt im Regen
Wir erreichen den Freycinet National Park erst gegen Abend
Der Campingplatz, den wir zu nutzen geplant hatten verlangt 60 Dollar für die Nacht
Wir finden das zu teuer und einigen uns auf einem Wildniss-Campingplatz (= nur Stellplätze, aber keine Rezeption, Sanitäranlagen oder Ähnliches) zu übernachten
Nach einigen Schwierigkeiten ihn zu finden treffen wir dort in der Dämmerung ein
Wieder einmal haben wir Glück und als wir ankommen Regnet es kurze Zeit nicht, sodass wir nicht nass werden
Wir verzichten dennoch darauf, das Zelt aufzustellen und quetschen uns für die Nacht zu fünft in ein 4-Mann-Womo; gute Entscheidung: Es Regnet die ganze Nacht
Montag, 8. März 2010
Mittwoch, 3. März 2010
03.03. - 05.03. Surfers Paradise: Und wo ist das Paradies geblieben?
Ich bereitete mich also wieder für die Weiterreise vor. Nächster Stop: Surfers Paradise. Zu meiner Zufriedenheit hatte ich Joe (28), einen der netten Hostelbewohner meines Hostels in Brisbane, dazu überreden können, gemeinsam mit mir nach Surfers zu fahren, anstatt den Tag im Hostel zu vertrödeln. Joe wollte nämlich am nächsten Tag (seinem Geburtstag) in der Frühe vom Gold Coast Flughafen aus nach Sydney fliegen, um dort unten seinen Geburtstag mit ein paar Freunden zu feiern. Also stand er vor der Wahl: Entweder am Morgen schon mit mir nach Surfers Paradise fahren und mit mir dort die Stadt erkunden, sodass er es Nachts nicht mehr so weit mit dem Shuttle-Bus hatte, oder aber den ganzen Tag in Brisbane bei Regen verstreichen lassen und dann bereits eine Stunde früher als von Surfers aus vom Shuttle-Bus abgeholt werden. Na das war doch nun wirklich keine schwere Entscheidung, oder?
Also packten wir unsere Sachen zusammen und begaben uns gegen 13 Uhr Richtung Greyhound-Bus. Dabei waren wir Regenschutz-technisch in voller Montur ausgestattet: Unsere Koffer waren mit Mülltüten umspannt - ebenso wie mein Rücksack -, die Odisys-Regenjacke schütze meinen Oberkörper, genauso wie mein Regenschirm und sogar Joe hatte im Fundbüro des Hostels noch einen (zugegebener Maßen leicht demolierten) Regenschirm für sich gefunden. Dazu dann kurze Hosen an und Flipflops, schließlich werden die Beine bei Flutregen ohnehin nass und da will man nun wirklich nicht in einer langsam trocknenden Jeans stecken. So watschelten wir also unsere etwa 300 Meter zur Roma Station und kamen sogar halbwegs trocken dort an ;)
Obwohl Surfers Paradise nur etwa eine halbe Stunde Autofahrt von Brisbane entfernt liegt, erwartete uns dort schon viel besseres Wetter. Zwar war es immer noch nicht der sonst so übliche strahlende Sonnenschein, doch zumindest regnete es nicht – und das war nach unserer Erfahrung in den letzten Tagen nun wirklich eine ordentliche Verbesserung. Ich checkte also mein Hostel ein und auch Joes Koffer fand dort vorübergehend Unterschlupf und schon begaben wir uns auf unsere Entdeckungstour. Praktisch, das Joe schon einmal in Surfers gewesen war, sodass er mich gleich ein wenig herumführen konnte. Viel gab es aber nicht zu sehen.


Surfers Paradise erscheint ein bisschen so, als habe man versucht Miami nach Australien zu verpflanzen – konnte aber einfach nicht mithalten. Statt gemütlichem Sufer-Örtchen, wie man dem Namen entsprechend vielleicht vermuten würde, findet man hier große Wolkenkratzer direkt am Strand, Unmengen an Nachtclubs, zu denen man an jeder Ecke von irgendwelchen Promotion-Leuten eingeladen wird, und ein Haufen Fast-Food. Na gut, letzteres findet man in jedem westlich-orientiertem Land sowieso an jeder Ecke... ich geb's ja zu! Flair hatte das ganze aber nun wirklich nicht. Dazu scheint es hier fast nur Leute in meinem Alter hin zu ziehen (und die sind mir hier in Australien wirklich ein Graus geworden), die sich besinnungslos Betrinken und einfach nur „Abfeiern“ möchten... Nach meinem doch sehr kulturell geprägten Aufenthalt in Sydney nicht unbedingt das, was ich als eine erfüllende Abendgestaltung verstehe. Aber Geschmäcker sind eben verschieden.


Nachdem mich die Stadt nun wirklich nicht sonderlich beeindruckt hatte, ging es hinüber zum Strand, an dem – Dank des uneinschätzbaren Wetters – glücklicher Weise wirklich so gut wie nichts los war. Dort entschlossen wir uns Joe zur Feier seines am nächsten Tag anstehenden 29. Geburtstages einen Sandkuchen zu backen, doch nachdem die 2 bereits einige Probleme bereitete, entschied Joe kurzerhand, dass mir der Geburtstagskuchen gewidmet sein solle – denn eine 0 sei einfacher zu formen als eine 9! Somit erreichte mich mein erstes Geburtstagsgeschenk bereits 20 Tage vor meinem Geburtstag – passt doch irgendwie, schließlich werde ich ja auch 20 ;)
Auf dem Rückweg durchstöberten wir noch einige Souvenirshops in denen sich so einige interessante Funde machen ließen – wenn schon nicht interessant genug um sie tatsächlich zu kaufen, dann doch wenigstens interessant genug um ein Foto von ihnen zu machen ;)


Den Abend verbrachten wir nur gemütlich in unserem Hostel-Wohnzimmer, auf dessen Couch Joe – ganz illegal ;P – sogar ein paar Stündchen Schlaf finden konnte, bevor er sich irgendwann mitten in der Nacht aus dem Staub machte.


Meinen zweiten Tag in Surfers Paradise verbrachte ich mit Julie (26) aus Holland, die sich ebenfalls in meinem Hostel befand und die Joe und ich schon am Vorabend kennen gelernt hatten. Gemeinsam mit ihr nahm ich den Bus nach Coolangatta, einem Nachbarort von Surfers Paradise, in dem sich am heutigen Tag das Viertelfinale der Surf-Weltmeisterschaften zutragen sollte.


Dazu waren extra Surf-Größen aus aller Welt angereist und die Wellen, die sich da teilweise zeigten (ebenso natürlich wie die Tricks die auf ihnen vollführt wurden), konnten sich echt sehen lassen. Es erschien mir jedoch so, als könne man die Fähigkeiten der Wettbewerbs-Teilnehmer erst wirklich verstehen, hatte man selbst ein wenig Ahnung vom Surfen. Und wir waren da nun wirklich keine Experten. So saßen die Teilnehmer teilweise bis zu 10 Minuten draußen auf dem Meer und warteten auf eine gute Welle. Ich hätte ja schon längst einfach irgend eine zu nehmen probiert. Tja, ich nehme an, das ist der Grund, warum ich nicht bei der Weltmeisterschaft mitmache ;) Die Tricks die sie dann auf der Welle vollführten sahen alle gleich beeindruckend für uns aus, denn sowohl Julie als auch ich hatten es gerade mal geschafft auf dem Surfboard aufzustehen - manchmal ;P – während einige in der Mänge Raunen und Klatschen hervorriefen und andere eben nicht.


Am Abend hatten wir uns entschlossen, wenn schon nicht in Surfers Paradise wie alle anderen Clubben zu gehen, dann doch wenigstens mal in einer Bar vorbei zu schauen und wurden von Simon (27) aus England begleitet. So verschlug es uns erst in einen Irish-Pub, in dem kein einziger Ire zu sehen war und danach in einen „Biergarten“, der nun wirklich so gar keine Ähnlichkeit mit einem Biergarten hatte. Na ja, dann ist es wenigstens eine Überraschung für jeden Australier, wenn er nach Deutschland kommt und dort einen echten, schönen Biergarten erspäht. Da bekomme ich doch gerade echt Lust, mich bei meiner Rückkehr wieder mal in einen zu setzen :)
Also packten wir unsere Sachen zusammen und begaben uns gegen 13 Uhr Richtung Greyhound-Bus. Dabei waren wir Regenschutz-technisch in voller Montur ausgestattet: Unsere Koffer waren mit Mülltüten umspannt - ebenso wie mein Rücksack -, die Odisys-Regenjacke schütze meinen Oberkörper, genauso wie mein Regenschirm und sogar Joe hatte im Fundbüro des Hostels noch einen (zugegebener Maßen leicht demolierten) Regenschirm für sich gefunden. Dazu dann kurze Hosen an und Flipflops, schließlich werden die Beine bei Flutregen ohnehin nass und da will man nun wirklich nicht in einer langsam trocknenden Jeans stecken. So watschelten wir also unsere etwa 300 Meter zur Roma Station und kamen sogar halbwegs trocken dort an ;)
Obwohl Surfers Paradise nur etwa eine halbe Stunde Autofahrt von Brisbane entfernt liegt, erwartete uns dort schon viel besseres Wetter. Zwar war es immer noch nicht der sonst so übliche strahlende Sonnenschein, doch zumindest regnete es nicht – und das war nach unserer Erfahrung in den letzten Tagen nun wirklich eine ordentliche Verbesserung. Ich checkte also mein Hostel ein und auch Joes Koffer fand dort vorübergehend Unterschlupf und schon begaben wir uns auf unsere Entdeckungstour. Praktisch, das Joe schon einmal in Surfers gewesen war, sodass er mich gleich ein wenig herumführen konnte. Viel gab es aber nicht zu sehen.
Surfers Paradise erscheint ein bisschen so, als habe man versucht Miami nach Australien zu verpflanzen – konnte aber einfach nicht mithalten. Statt gemütlichem Sufer-Örtchen, wie man dem Namen entsprechend vielleicht vermuten würde, findet man hier große Wolkenkratzer direkt am Strand, Unmengen an Nachtclubs, zu denen man an jeder Ecke von irgendwelchen Promotion-Leuten eingeladen wird, und ein Haufen Fast-Food. Na gut, letzteres findet man in jedem westlich-orientiertem Land sowieso an jeder Ecke... ich geb's ja zu! Flair hatte das ganze aber nun wirklich nicht. Dazu scheint es hier fast nur Leute in meinem Alter hin zu ziehen (und die sind mir hier in Australien wirklich ein Graus geworden), die sich besinnungslos Betrinken und einfach nur „Abfeiern“ möchten... Nach meinem doch sehr kulturell geprägten Aufenthalt in Sydney nicht unbedingt das, was ich als eine erfüllende Abendgestaltung verstehe. Aber Geschmäcker sind eben verschieden.
Nachdem mich die Stadt nun wirklich nicht sonderlich beeindruckt hatte, ging es hinüber zum Strand, an dem – Dank des uneinschätzbaren Wetters – glücklicher Weise wirklich so gut wie nichts los war. Dort entschlossen wir uns Joe zur Feier seines am nächsten Tag anstehenden 29. Geburtstages einen Sandkuchen zu backen, doch nachdem die 2 bereits einige Probleme bereitete, entschied Joe kurzerhand, dass mir der Geburtstagskuchen gewidmet sein solle – denn eine 0 sei einfacher zu formen als eine 9! Somit erreichte mich mein erstes Geburtstagsgeschenk bereits 20 Tage vor meinem Geburtstag – passt doch irgendwie, schließlich werde ich ja auch 20 ;)
Auf dem Rückweg durchstöberten wir noch einige Souvenirshops in denen sich so einige interessante Funde machen ließen – wenn schon nicht interessant genug um sie tatsächlich zu kaufen, dann doch wenigstens interessant genug um ein Foto von ihnen zu machen ;)
Den Abend verbrachten wir nur gemütlich in unserem Hostel-Wohnzimmer, auf dessen Couch Joe – ganz illegal ;P – sogar ein paar Stündchen Schlaf finden konnte, bevor er sich irgendwann mitten in der Nacht aus dem Staub machte.
Meinen zweiten Tag in Surfers Paradise verbrachte ich mit Julie (26) aus Holland, die sich ebenfalls in meinem Hostel befand und die Joe und ich schon am Vorabend kennen gelernt hatten. Gemeinsam mit ihr nahm ich den Bus nach Coolangatta, einem Nachbarort von Surfers Paradise, in dem sich am heutigen Tag das Viertelfinale der Surf-Weltmeisterschaften zutragen sollte.
Dazu waren extra Surf-Größen aus aller Welt angereist und die Wellen, die sich da teilweise zeigten (ebenso natürlich wie die Tricks die auf ihnen vollführt wurden), konnten sich echt sehen lassen. Es erschien mir jedoch so, als könne man die Fähigkeiten der Wettbewerbs-Teilnehmer erst wirklich verstehen, hatte man selbst ein wenig Ahnung vom Surfen. Und wir waren da nun wirklich keine Experten. So saßen die Teilnehmer teilweise bis zu 10 Minuten draußen auf dem Meer und warteten auf eine gute Welle. Ich hätte ja schon längst einfach irgend eine zu nehmen probiert. Tja, ich nehme an, das ist der Grund, warum ich nicht bei der Weltmeisterschaft mitmache ;) Die Tricks die sie dann auf der Welle vollführten sahen alle gleich beeindruckend für uns aus, denn sowohl Julie als auch ich hatten es gerade mal geschafft auf dem Surfboard aufzustehen - manchmal ;P – während einige in der Mänge Raunen und Klatschen hervorriefen und andere eben nicht.
Am Abend hatten wir uns entschlossen, wenn schon nicht in Surfers Paradise wie alle anderen Clubben zu gehen, dann doch wenigstens mal in einer Bar vorbei zu schauen und wurden von Simon (27) aus England begleitet. So verschlug es uns erst in einen Irish-Pub, in dem kein einziger Ire zu sehen war und danach in einen „Biergarten“, der nun wirklich so gar keine Ähnlichkeit mit einem Biergarten hatte. Na ja, dann ist es wenigstens eine Überraschung für jeden Australier, wenn er nach Deutschland kommt und dort einen echten, schönen Biergarten erspäht. Da bekomme ich doch gerade echt Lust, mich bei meiner Rückkehr wieder mal in einen zu setzen :)
Sonntag, 28. Februar 2010
Wieder auf Reisen: 28.02. - 03.03. Brisbane
Nach 3 ½ Stunden Schlaf hieß es sich schon wieder aus meinem erst so kurz genutztem Einzelbett aufraffen und sich für meinen Flug von Sydney nach Brisbane fertig machen. Um 4:45 Uhr holte mich mein Taxi am Hostel ab und im Halbschlaf, wie ich noch war, hatte ich keine Lust mich mit der Schweinebacke (entschuldigt meine Wortwahl!) von einem Taxifahrer rumzustreiten, der absichtlich den längeren Weg zum Domestic Airport nahm. Na dann bekommst er eben kein Trinkgeld, dachte ich mir nur.
Dort angekommen ging es erst einmal durch die Sicherheitskontrolle. Ohne weitere Zwischenfälle durchquerte ich den Handgepäck-Scan, nur um danach von einem netten Beamten angehalten zu werden, der Passagiere und deren Handgepäck Stichprobenartig auf Rückstände von Sprengstoffen überprüfte. Natürlich fand dieser nichts, schließlich bin ich ja ein netter und ehrlicher Flugzeug-Passagier ;) Ich holte mir also erst einmal etwas zum Frühstück und setzte mich für ein paar Minuten hin um mein Sandwich zu verzehren. Kaum hatte ich meinen Rucksack vom Rücken genommen, fiel mir auf: Ach du liebe Güte! Ich hatte ja meine volle Wasserflasche noch im Gepäck! Und noch viel schlimmer: Keiner, weder die Leute vom Sicherheits-Scan, noch der Sprengstoff-Beamte, hat sich daran gestört! Da stellen sie schon Leute zur Sprengstoff-Kontrolle auf, aber wenn jemand mit einer halben Liter Flasche voller unidentifizierter Flüssigkeit anmarschiert, dann ist das egal. Oh jeh oh jeh! Soviel also zur Sicherheit auf Flügen! ;)
Es dauerte nicht lange, bis ich mich an Board des Flugzeuges begeben konnte und wir uns auf in Richtung Brisbane machten. Defakto kostete mich der Flug 1 ½ Stunden, doch da Queensland sich als einziger Staat Australiens hartnäckig weigert die Sommer- / Winterzeit anzunehmen, kam ich nach 1 stündiger Zeitverschiebung nur eine halbe Stunde später in Brisbane an ;) 6:30 Uhr... Noch viel zu früh um auf den Beinen zu sein!
Auch hier durfte ich wieder saftig in den Geldbeutel greifen, um mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Innenstadt zu gelangen, aber etwas anderes blieb mir ja auch gar nicht übrig! Von der Roma Street Station aus begab ich mich also auf meinen Marsch zum Hostel, dass ich zum Glück leicht fand. Dort konnte ich natürlich noch nicht einchecken, denn genau an diesem Wochenende hatte in Brisbane das ACDC Konzert stattgefunden und so waren alle Betten bis 10 Uhr Check-out Zeit belegt. Ich ließ mich also auf dem Sofa im Wohnzimmer nieder und nutzte die Zeit zum Bloggen. Schnell hatte sich jemand zu mir gesellt und ein Gespräch mit mir angefangen. Der Brite schien echt sympathisch zu sein und ich dachte mir: Ist ja super, da kenne ich ja schon mal eine nette Person im Hostel. Keine halbe Stunde später jedoch musste ich feststellen, dass eben jener nette Brite und seine Freunde offensichtlich einmal zu viel, zu lange und zu laut gefeiert hatten und aufgefordert wurden das Hostel zu verlassen. Um dieser Aufforderung Nachdruck zu verleihen, tauchten gleich 6 Polizisten (für 3 Gäste?!) auf, die das Geschehen überwachten und notfalls natürlich auch eingeschritten wären. Na bei dem Auftritt vermittelte das Hostel natürlich gleich einen super Eindruck auf mich ;)
Zum Glück handelte es sich bei diesem Zwischenfall um eine Ausnahme und in den drei Tagen, in denen ich mich im Hostel aufhielt, stellte sich der Rest der Hostel-Besatzung auch als wirklich freundlich und aufgeschlossen heraus, sodass sofort eine super familiäre Atmosphäre herrschte. Schwein gehabt, denn ich verließ das Hostel während meines Aufenthaltes wirklich nur selten - es regnete so ziemlich die kompletten 3 Tage aus Strömen. Wenigstens hatte ich also gute Gesellschaft, während ich mich vor den Wassermassen versteckte, die nach meiner Abreise übrigens zur Überflutung von großen Teilen Brisbanes führten.
Ich ließ es mir aber natürlich nicht nehmen, die alte Tradition wieder aufzunehmen, die Sarah und ich kurz vor Weihnachten praktiziert hatten: An einem Sonntag Abend gehört man eben ins Normanby. In meiner Zimmernachbarin Franzi (19) aus München, fand sich auch gleich eine nette Begleitung und so stapften wir – mit meinem Regenschirm bewaffnet – in die stürmische Regennacht hinaus. Leider erfüllte sich meine Hoffnung nicht, jene nette Gruppe von Jungs wieder zu treffen, die ich durch Sarah kurz vor Weihnachten kennengelernt hatte – vermutlich hatte sie der Regen abgeschreckt, denn große Teile des Normanbys befinden sich unter freiem Himmel. Dafür machte ich eine ganz andere Entdeckung. Gerade als sich der Abend dem Ende zu nähern schien fiel mir eine Gestalt auf, die mir doch verdächtig bekannt vorkam. „Warte mal Franzi“, sagte ich, „ich glaub den Kerl da drüben kenn' ich. Ich geh mal kurz rüber“ Gesagt getan stand ich also vor besagter Person und fragte etwas verlegen: „Entschuldige? Das mag jetzt vielleicht etwas komisch klingen, aber könnte es sein, dass du ein Schiffskapitän bist?“ „Ich wusste doch, dass du mir irgend woher bekannt vorkommst!“, kam nur zurück und damit war bestätigt was ich vermutet hatte: Ich war doch tatsächlich in Steve rein gerannt, den Schiffskapitän der Emperor Wings, mit der ich von Airlie Beach aus für 3 Tage zum Tauchen hinaus ans Great Barrier Reef gefahren war. Das man in diesem riesig großen Land aber auch immer wieder Leute trifft, die man an einer ganz anderen Stelle kennen gelernt hat. Versteht sich von selbst, das wir einander erst einmal ausführlich auf den neusten Stand der Dinge brachten ;)
Am folgenden Mittag dann hieß es den nächsten alten Bekannten wieder treffen, denn Ron, der mich in Mackay für einen Monat beherbergt hatte, war mittlerweile nach Brisbane gezogen. Wir nutzten die Zeit seiner Mittagspause also dazu uns bei einem leckeren Sandwich über die neusten Neuigkeiten auszutauschen und hatten sogar mit dem Wetter Glück: für etwa eine Stunde hatte es aufgehört zu Regnen.
Ron, der mittlerweile Vater geworden war, berichtete ganz stolz von seiner kleinen Sasha und natürlich wollte er auch von mir wissen, was ich in den letzten Monaten getrieben hatte. Einen Kommentar über mein unfreiwilliges Piratenoutfit (meine Kinn-Narbe) konnte er sich natürlich auch nicht verkneifen ;) Ich seh's schon kommen, die Geschichte von Franzi und dem rutschigen Küchenboden wird mich nun mein ganzes Leben lang begleiten.
Es dauerte nicht lange, bis ich mich an Board des Flugzeuges begeben konnte und wir uns auf in Richtung Brisbane machten. Defakto kostete mich der Flug 1 ½ Stunden, doch da Queensland sich als einziger Staat Australiens hartnäckig weigert die Sommer- / Winterzeit anzunehmen, kam ich nach 1 stündiger Zeitverschiebung nur eine halbe Stunde später in Brisbane an ;) 6:30 Uhr... Noch viel zu früh um auf den Beinen zu sein!
Auch hier durfte ich wieder saftig in den Geldbeutel greifen, um mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Innenstadt zu gelangen, aber etwas anderes blieb mir ja auch gar nicht übrig! Von der Roma Street Station aus begab ich mich also auf meinen Marsch zum Hostel, dass ich zum Glück leicht fand. Dort konnte ich natürlich noch nicht einchecken, denn genau an diesem Wochenende hatte in Brisbane das ACDC Konzert stattgefunden und so waren alle Betten bis 10 Uhr Check-out Zeit belegt. Ich ließ mich also auf dem Sofa im Wohnzimmer nieder und nutzte die Zeit zum Bloggen. Schnell hatte sich jemand zu mir gesellt und ein Gespräch mit mir angefangen. Der Brite schien echt sympathisch zu sein und ich dachte mir: Ist ja super, da kenne ich ja schon mal eine nette Person im Hostel. Keine halbe Stunde später jedoch musste ich feststellen, dass eben jener nette Brite und seine Freunde offensichtlich einmal zu viel, zu lange und zu laut gefeiert hatten und aufgefordert wurden das Hostel zu verlassen. Um dieser Aufforderung Nachdruck zu verleihen, tauchten gleich 6 Polizisten (für 3 Gäste?!) auf, die das Geschehen überwachten und notfalls natürlich auch eingeschritten wären. Na bei dem Auftritt vermittelte das Hostel natürlich gleich einen super Eindruck auf mich ;)
Zum Glück handelte es sich bei diesem Zwischenfall um eine Ausnahme und in den drei Tagen, in denen ich mich im Hostel aufhielt, stellte sich der Rest der Hostel-Besatzung auch als wirklich freundlich und aufgeschlossen heraus, sodass sofort eine super familiäre Atmosphäre herrschte. Schwein gehabt, denn ich verließ das Hostel während meines Aufenthaltes wirklich nur selten - es regnete so ziemlich die kompletten 3 Tage aus Strömen. Wenigstens hatte ich also gute Gesellschaft, während ich mich vor den Wassermassen versteckte, die nach meiner Abreise übrigens zur Überflutung von großen Teilen Brisbanes führten.
Ich ließ es mir aber natürlich nicht nehmen, die alte Tradition wieder aufzunehmen, die Sarah und ich kurz vor Weihnachten praktiziert hatten: An einem Sonntag Abend gehört man eben ins Normanby. In meiner Zimmernachbarin Franzi (19) aus München, fand sich auch gleich eine nette Begleitung und so stapften wir – mit meinem Regenschirm bewaffnet – in die stürmische Regennacht hinaus. Leider erfüllte sich meine Hoffnung nicht, jene nette Gruppe von Jungs wieder zu treffen, die ich durch Sarah kurz vor Weihnachten kennengelernt hatte – vermutlich hatte sie der Regen abgeschreckt, denn große Teile des Normanbys befinden sich unter freiem Himmel. Dafür machte ich eine ganz andere Entdeckung. Gerade als sich der Abend dem Ende zu nähern schien fiel mir eine Gestalt auf, die mir doch verdächtig bekannt vorkam. „Warte mal Franzi“, sagte ich, „ich glaub den Kerl da drüben kenn' ich. Ich geh mal kurz rüber“ Gesagt getan stand ich also vor besagter Person und fragte etwas verlegen: „Entschuldige? Das mag jetzt vielleicht etwas komisch klingen, aber könnte es sein, dass du ein Schiffskapitän bist?“ „Ich wusste doch, dass du mir irgend woher bekannt vorkommst!“, kam nur zurück und damit war bestätigt was ich vermutet hatte: Ich war doch tatsächlich in Steve rein gerannt, den Schiffskapitän der Emperor Wings, mit der ich von Airlie Beach aus für 3 Tage zum Tauchen hinaus ans Great Barrier Reef gefahren war. Das man in diesem riesig großen Land aber auch immer wieder Leute trifft, die man an einer ganz anderen Stelle kennen gelernt hat. Versteht sich von selbst, das wir einander erst einmal ausführlich auf den neusten Stand der Dinge brachten ;)
Ron, der mittlerweile Vater geworden war, berichtete ganz stolz von seiner kleinen Sasha und natürlich wollte er auch von mir wissen, was ich in den letzten Monaten getrieben hatte. Einen Kommentar über mein unfreiwilliges Piratenoutfit (meine Kinn-Narbe) konnte er sich natürlich auch nicht verkneifen ;) Ich seh's schon kommen, die Geschichte von Franzi und dem rutschigen Küchenboden wird mich nun mein ganzes Leben lang begleiten.
Dienstag stellte sich als „Tag der Veränderung“ für die Betts-Familie heraus, denn während meine ehemalige Austauschpartnerin Sarah sich am Morgen für eine größere Oberweite auf den Tisch legte (die OP verlief Gott sei Dank ohne Komplikationen) und somit die von ihr (ganz in Geheimagenten Manier) auf „die Zwillinge“ getauften Brüste erhielt, bekam ihre Schwester Ashlee wenige Stunden später ihr schon sehnsüchtig erwartetes Baby – der eigentliche Grund dafür, dass ich in Brisbane noch für einige Tage Zwischenstopp gemacht hatte. Nachdem sich jedoch herausstellte, dass Ashlee noch einige Schwierigkeiten mit dem Füttern des kleinen Max hatte, entschied ich mich jedoch dafür ihr ihre wohl verdiente Ruhe zu gönnen und nicht auf einen Besuch zu pochen. Ich sehe den Kleinen ja bestimmt im Juni, wenn ich mit Mama und Papa zurück nach Brisbane komme :) Ein kurzer abendlicher Besuch bei Betts Zuhause brachte mir – dank Tamra, der frisch gebackenen Großmutter - also alle Informationen über die Geburt ein, ohne Ashlee zusätzlich zu belasten und das sollte mir genügen. Sarah ging es übrigens auch erstaunlich gut, obwohl sie in den nächsten Wochen wohl noch durch den Garten ins Haus gelangen wird müssen, denn die große hölzerne Fronttür ist zu schwer für sie, um sie ohne Schmerzen auf stämmen zu können. Auch wenn ich das kleine Teufelchen schon auf meiner Schulter sitzen sehe: Ein bisschen hat mich das ja schon amüsiert ;)
Samstag, 27. Februar 2010
Lisa steigt in den Flieger und Mardi Gras Parade
Es ist so weit: Wir ziehen aus! Also noch schnell die letzten Sachen zusammen packen, uns von unseren Gastgebern / Vermietern verabschieden und ab geht’s! Aber wie kommen wir nur zum Flughafen bzw. zum Hostel? Zu unserem großen Glück hatte sich Nick dazu bereit erklärt Lisa und mich durch die Gegend zu kutschieren und so hievten wir bereits gegen 12 Uhr unser Gepäck in dessen Kofferraum. Von Marsfield aus ist es nämlich (wie immer ;) ) eine echte Qual mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Flughafen zu gelangen, geschweige denn vorher noch meine Sachen beim, für die folgende Nacht, Hostel abzugeben. Auch mit dem Auto kostete es uns schon etwa 1 ½ Stunden, bis wir schließlich die Stadt einmal durchquert hatten und uns nun im Süden Sydneys befanden. Erster Stopp war mein Hostel. Ein altes viktorianisches Gebäude strahlte mir einladend entgegen und sogleich öffnete mir eine freundliche Angestellte die Tür. Auch das Zimmer war echt schnucklig und da ich es für diese Nacht ganz für mich alleine haben sollte, war es für Hostel-Verhältnisse echter Luxus! Welch ein Glück, dass mir Mama und Papa diese Übernachtung zum Valentienstag geschenkt hatten :)
Viel Zeit verblieb mir jedoch nicht, um mich umzusehen, denn sogleich ging die Tour weiter und wir fuhren zum nationalen Teil des Flughafens. Dort angekommen trugt Nick noch – ganz Gentleman – Lisa's Rucksack zum Check-In, bevor er sich von Lisa verabschiedete und uns Mädels unserer Abschieds-Zeremonie überließ. Kaum hatten wir Lisa's Rücksack aufgegeben, eilten wir schon in den ersten Souviniershop, denn noch hatte Lisa nicht all ihre Mitbringsel beisammen. Neben TimTams (typisch australischen Schoko-Keksen) standen noch eine Haifischkette, ein Kuscheltier und ein „Ich liebe Sydney“-Tshirt auf der Liste. Nachdem alle Einkäufe erledigt waren, entschieden wir uns dazu, etwas zu Mittag zu essen, schließlich hatte Lisa ja einen langen Flug vor sich und bekanntlicher Weise schmeckt Flugzeug-Essen ja nicht gerade wie aus dem Gourmet-Restaurant. Mutig wie wir in Australien geworden waren – keiner von uns hatte vor dem Aufenthalt auf der anderen Seite der Erde Fisch auch nur angerührt – holten wir uns eine Sushi-Platte und probierten uns durch all die kleinen Leckereien durch. Fazit: Wir hatten zwar keine Ahnung was wir da so wirklich aßen, aber lecker war es doch. Satt machte es unsere hungrigen Mägen jedoch nicht wirklich, sodass danach dann doch noch ein Hamburger auf dem Teller landete – wir sind eben doch Europäer und keine Asiaten ;)
Langsam aber sicher näherte sich nun Lisa's Boarding-Zeit und so trotteten wir gemeinsam zu den Sicherheitskontrollen um uns voneinander zu verabschieden. Basierend auf dem tränenreichen Abschied von gestern und der Tatsache, dass wir über die 1 ½ Monate, die wir hier in Sydney miteinander verbracht hatten, wirklich zusammen gewachsen waren, hatten wir beide mit einer großen Heul-Orgie gerechnet, doch wir überraschten uns beide selber: Wir hielten uns echt tapfer! Keiner von uns konnte so richtig realisieren, dass Lisa nun in ein Flugzeug steigen würde, dass sie in die Kälte Deutschlands zurück bringen würde.
Kaum hatte Lisa sich in den Transit-Bereich begeben, hieß es nun für mich raus finden, wie ich wieder zurück in die Innenstadt gelangen würde. Kluger Weise hatte ich nämlich bei meinem gestrigen Besuch auf der Arbeit vergessen mein Arbeits-Tshirt und meine Schürze abzugeben – und gerade Schürzen sind im UNA's echte Mangelware ;)
Trotz wöchentlichem Ticket kostete mich die Fahrt vom Flughafen aus saftige 11,60 AUD (im Vergleich: Mein 2 Zonen Wochenticket kostet 48 AUD), denn anders als bei uns in Deutschland ist es hier üblich, dass die U-Bahn Stationen der Flughäfen privat Betrieben werden – und man scheut nicht davor zurück sich das ordentlich bezahlen zu lassen. Sowas gemeines!
Ich brachte also die Arbeitsklamotten zurück – auf der Arbeit muss man schon denken, ich wollte UNA's gar nicht mehr verlassen – und machte mich auf den Weg zur Oxford Street, wo ich mich mit Nick, Martin, Benji und Narisha treffen wollte um mir die Mardi Gras Parade anzusehen.
Mardi Gras, ursprünglich der französische Term für „Faschingsdienstag“, bezeichnet in Amerika nichts anderes als unseren Fasching. Trifft allerdings der Ausdruck „Mardi Gras“ und Sydney zusammen so weiß jeder sofort: Hierbei handelt es sich um das seit 1978 jährlich stattfindendes dreiwöchiges Schwulen- und Lesbenfestival.
Ihren Ursprung fand das heute so beliebte Mardi Gras Festival in einem 1978 stattfindenden Demonstrationsmarsch. Zu dieser Zeit war Homosexualität noch eine Straftat und sollte es im Bundesstaat New South Wales auch noch bis 1984 bleiben. Um ihrer Sexualität Ausdruck zu verleihen hieß das Motto deshalb „Raus aus den heimlichen Kneipen auf die Straßen“ unter welchem rund 1000 Schwule, Lesben und Transsexuelle ihre Diskriminierung anprangerten.
Dazu packten sie ein Sound-System auf einen Lieferwagen, spielten den Song „Glad to be Gay“ (= froh schwul zu sein) und folgten dem Wagen in ihren zahlreichen Kostümen (schließlich war es Faschingszeit) die Oxford Street entlang. Doch das Ende der eigentlich völlig friedlich verlaufenden Parade war kein schönes, denn die Polizei griff ein und verhaftete gewaltsam 53 Demonstranten, brachte sie auf die Polizeiwache und misshandelte sie teilweise sogar. Die Namen und Adressen der Verhafteten wurden daraufhin in Zeitungen veröffentlicht, wodurch viele ihren Arbeitsplatz verloren.
Doch gerade dieser gewaltsame Widerstand ist es wohl gewesen, der veranlasste, dass es auch im Folgejahr zu einer Parade kam: der offiziell ersten Mardi Gras Parade Sydneys. Bis zu 3000 Homosexuelle marschierten ohne weitere Zwischenfälle bei dieser Parade. 1980 kam noch ein weiteres Element hinzu: Das Picknick im Hyde Park, das heute jedes Jahr die Mardi Gras einleutet.
Über die Jahre hinweg stieg die Beteiligung an beidem, Parade und Aftershow-Party, rapide an, sodass die Massen von 700 in 1981 mit 10.000 Beteiligten an der Parade 2009 ihren bisherigen Höhepunkt fand. Dazu kommen etwa eine halbe Millionen Zuschauer jedes Jahr, sodass die Mardi Gras heute auch wirtschaftlich einen auf 38 Millionen Dollar geschätzten Ertrag für New South Wales einbringt.
Heute wird die Parade sogar im australischen Fernsehen übertragen und regt tausende von Fans jedes Jahr dazu an, in den Flieger zu steigen und der Kälte der nördlichen Hemisphäre für ein paar sonnige und unterhaltungsreiche Wochen in Sydney zu entfliehen. Und zu sehen gibt es sicher genug: Neben der Parade und dem bereits erwähnten Eröffnungs-Picknick „Fair Day“, gibt es noch etwa 100 verschiedene Kunst Veranstaltungen und natürlich - nicht zu vergessen - viele Partys, bei denen echte Weltstars auf der Bühne stehen (dieses Jahr zum Beispiel Whitney Houston und Lady Gaga). Kein Wunder also, dass die schwulen Reise-Bibel „Spartacus“ behauptet: „Ein Besuch der Mardi Gras ist ein absolutes Muss für jeden schwulen Reisenden“.
Auch ohne schwul zu sein genoss unsere kleine Gruppe den Anblick der lustigen Kostüme und einstudierten Tänze, die sich über mehr als 2 ½ Stunden hinzogen sehr. Doch sogar die „Öffiziellen“ der Stadt Sydney sind beim Marsch vertreten: sei es Polizei, Feuerwehr, Rettungsschwimmer und so weiter und so fort, alle waren sie da. Immer noch erfüllt die Parade neben der allgemeinen Belustigung auch eine warnende Aufgabe und macht auf Probleme und Gefahren rund um Homosexualität aufmerksam. Schilder regen zum Gebrauch von Kondomen ebenso an, wie zur Gleichberechtigung der Schwulen-Ehe.
Für Fotos von der Parade: Hier Klicken :)
Freitag, 26. Februar 2010
Lisa's letzter Abend
Heute war es nun soweit: Es war die letzte Nacht, in der uns unser Apartment in Marsfield, das wir die letzten 1 ½ Monate bewohnt hatten, ein Zuhause sein sollte, bevor wir ihm morgen den Rücken kehren und uns auf Reisen begeben würden.
Während ich mich für dir nächste Nacht in einem Hostel nahe des Flughafens eingebucht hatte, da ich übermorgen einen Flug nach Brisbane nehmen würde, würde sich Lisa morgen bereits um 15 Uhr im Transitbereich des Flughafens befinden und um 17 Uhr würde das Flugzeug abheben, dass sie zurück in die Heimat brächte. So wirklich konnte sie sich darauf nicht freuen. Zwar würde es natürlich toll werden Freunde und Familie wieder zu sehen, doch schließlich würde sie aus den sommerlichen Temperaturen Australiens in den eiskalten Winter Deutschlands reisen und darauf hatte sie nun gar keine Lust.
Unser Plan war es eigentlich gewesen unseren letzten gemeinsamen Tag mit einem Strandbesuch zu beginnen, doch als wir uns am Freitag morgen aus unserem Bettchen rollten um den Vorhang zur Seite zu ziehen, mussten wir feststellen, dass das Wetter andere Pläne für uns hatte: Wolkendecke war angesagt.
Na ja, dann eben nicht, dann haben wir wenigstens Zeit in Ruhe zu packen und uns für die Party heute Abend schick zu machen. Wir hörten also den ganzen Tag über Wicked-Lieder und trällerten wunderbar schief dazu mit – hey, schließlich wurde unsere Mitbewohnerin uns ja am nächsten Tag los, sie hat das Katzengejaule einen Tag lang schon überlebt. Außerdem entschloss ich mich einen Schokokuchen für meine ehemaligen Kollegen zu backen, um mich nochmals für die schöne Zeit mit ihnen zu bedanken.
Für's Abendessen hatten wir uns mit 2 deutschen Freunden - Schlotti und Linda - verabredet und auch noch Charlott, eine holländische Freundin Schlottis war mit von der Partie. Ich brachte also meinen Schokokuchen – der übrigens wirklich gut schmeckte! Ich durfte nämlich auch ein Stückchen probieren ;) - auf der Arbeit vorbei und wir ließen uns in einem italienischen Restaurant unweit Kings-Cross (dem absoluten Partybezirk Sydneys) nieder.
Kaum hatten wir unsere Mahlzeit beendet, tauchten auch schon wie gerufen Ina, sowie Robin und seine Freunde auf – Studenten der Maquarie University (also jener Universität, die sich direkt bei uns um die Ecke befand), die Lisa eines Abends kennen lernte, und welche sie nun zu ihrer Abschiedsparty eingeladen hatte.
Gemeinsam begaben wir uns nach Kings Cross und da Getränke in Bars für ein Backpacker Budget immer so teuer sind, entschlossen sich die Mädels sich im Bottle Shop (Alkohol wird hier in eigens dafür vorgesehenen Shops verkauft und nicht wie bei uns über den Getränkehandel oder Supermarkt) eine Flasche Sekt zu kaufen. Nun ist der Konsum von Alkohol in Australien in der Öffentlichkeit bekanntlich verboten - Kein Problem für Ina, die extra für diesen Zweck eine riesige Handtasche mitgebracht hatte. Darin ließ sich die Flasche prima verstecken, während man so aussah, als tränke man die Tasche – und das ist natürlich völlig unauffällig! Zum Glück durfte ich durch meine Antibiotika nichts trinken, sodass mir diese Peinlichkeit erspart blieb ;)
Unser Plan war es eigentlich gewesen unseren letzten gemeinsamen Tag mit einem Strandbesuch zu beginnen, doch als wir uns am Freitag morgen aus unserem Bettchen rollten um den Vorhang zur Seite zu ziehen, mussten wir feststellen, dass das Wetter andere Pläne für uns hatte: Wolkendecke war angesagt.
Na ja, dann eben nicht, dann haben wir wenigstens Zeit in Ruhe zu packen und uns für die Party heute Abend schick zu machen. Wir hörten also den ganzen Tag über Wicked-Lieder und trällerten wunderbar schief dazu mit – hey, schließlich wurde unsere Mitbewohnerin uns ja am nächsten Tag los, sie hat das Katzengejaule einen Tag lang schon überlebt. Außerdem entschloss ich mich einen Schokokuchen für meine ehemaligen Kollegen zu backen, um mich nochmals für die schöne Zeit mit ihnen zu bedanken.
Für's Abendessen hatten wir uns mit 2 deutschen Freunden - Schlotti und Linda - verabredet und auch noch Charlott, eine holländische Freundin Schlottis war mit von der Partie. Ich brachte also meinen Schokokuchen – der übrigens wirklich gut schmeckte! Ich durfte nämlich auch ein Stückchen probieren ;) - auf der Arbeit vorbei und wir ließen uns in einem italienischen Restaurant unweit Kings-Cross (dem absoluten Partybezirk Sydneys) nieder.
Kaum hatten wir unsere Mahlzeit beendet, tauchten auch schon wie gerufen Ina, sowie Robin und seine Freunde auf – Studenten der Maquarie University (also jener Universität, die sich direkt bei uns um die Ecke befand), die Lisa eines Abends kennen lernte, und welche sie nun zu ihrer Abschiedsparty eingeladen hatte.
Gemeinsam begaben wir uns nach Kings Cross und da Getränke in Bars für ein Backpacker Budget immer so teuer sind, entschlossen sich die Mädels sich im Bottle Shop (Alkohol wird hier in eigens dafür vorgesehenen Shops verkauft und nicht wie bei uns über den Getränkehandel oder Supermarkt) eine Flasche Sekt zu kaufen. Nun ist der Konsum von Alkohol in Australien in der Öffentlichkeit bekanntlich verboten - Kein Problem für Ina, die extra für diesen Zweck eine riesige Handtasche mitgebracht hatte. Darin ließ sich die Flasche prima verstecken, während man so aussah, als tränke man die Tasche – und das ist natürlich völlig unauffällig! Zum Glück durfte ich durch meine Antibiotika nichts trinken, sodass mir diese Peinlichkeit erspart blieb ;)
Nachdem nun also diese Straftat völlig unauffällig ausgeführt worden war ;) ging es hinein in den Soho-Club. Dieser war leider nur mäßig befüllt, spielte aber dennoch recht gute Musik. Während Charlott und die Robin Crew sich nach unten auf die Tanzfläche verabschiedeten, verblieben Ina, Linda, Schlotti, Lisa und ich im oberen Geschoss des Clubs. Friedlich tanzten wir vor uns hin, als Ina plötzlich einen der Drinks in der Hand hatte, der sich gerade noch auf dem Nebentisch befunden hatte – offensichtlich gehörte der den dort sitzenden Personen! Allesamt starrten wir sie an, doch sie ließ sich nicht davon beirren und genoss freimütig den „Drink aufs Haus“. Wenige Minuten später versuchte sie das ganze noch einmal – diesmal mit einem Sektglas, dass sich auf dem Tisch befand – und keiner von uns reagierte schnell genug um sie zurück halten zu können. Prompt wurde Ina natürlich erwischt, stolzierte trotz empörten Rufen der Besitzer mit dem Glas weg, um einige Sekunden später mit Strohhalmen im Sektglas wieder zu erscheinen und den Drink zurück zu stellen – offensichtlich hatte sie den armen Strohhalm-losen Besitzern des Drinks nur helfen wollen... na klar! Kein Wunder, dass sich 2 Minuten später ein Security-Mann einfand, der sich demonstrativ neben uns positionierte. Ouch!
Auch Nick trudelte schließlich ein, jedoch ohne die Freunde, die er eigentlich hatte mitbringen wollen. Diese hatte er in einer gegenüberliegenden Bar zurück lassen müssen, da sein 40 Jahre alter Kumpel seinen Ausweis Zuhause vergessen und daraufhin an der Club-Eingangstür den Ausweis einer anderen Person vorgezeigt hatte – nicht, dass der Türsteher ihn überhaupt nach jenem gefragt hätte. Natürlich wurde der Betrug sofort gemerkt und ihm der Eintritt verweigert. Es dauerte also nicht lange, bis wir uns entschlossen den Club zu wechseln und Nicks Freunde abzuholen.
Wir lernten also Martin (40) aus Schweden, sowie Benji und Narisha aus Melbourne kennen und begaben uns zu einem R'n'B Club, den Benji uns empfahl. Dort angekommen entschieden Ina und Schlotti, dass es damit für sie für den Abend genug sein sollte und so begann also Lisa's Leidensgeschichte des Abschied-Nehmens. Viele Tränen und Umarmungen später konnte Lisa sich sichtlich angeschlagen von ihren Freunden losreißen und so zog die Truppe ins „Favela“ ein. Der Club sah echt toll aus und auch die Musik war echt gut, doch so richtig konnte sich Lisa – verständlicher Weise – nicht amüsieren. Immer wieder kullerten ihr die Tränen über die Wangen und nichts konnte sie so richtig aufmuntern, denn schließlich stand es unveränderlich fest: Morgen würde sie sich in ein Flugzeug setzen und das schöne Australien verlassen.

Wir lernten also Martin (40) aus Schweden, sowie Benji und Narisha aus Melbourne kennen und begaben uns zu einem R'n'B Club, den Benji uns empfahl. Dort angekommen entschieden Ina und Schlotti, dass es damit für sie für den Abend genug sein sollte und so begann also Lisa's Leidensgeschichte des Abschied-Nehmens. Viele Tränen und Umarmungen später konnte Lisa sich sichtlich angeschlagen von ihren Freunden losreißen und so zog die Truppe ins „Favela“ ein. Der Club sah echt toll aus und auch die Musik war echt gut, doch so richtig konnte sich Lisa – verständlicher Weise – nicht amüsieren. Immer wieder kullerten ihr die Tränen über die Wangen und nichts konnte sie so richtig aufmuntern, denn schließlich stand es unveränderlich fest: Morgen würde sie sich in ein Flugzeug setzen und das schöne Australien verlassen.

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