Samstag, 5. Dezember 2009

Fraser Island die Erste

Am Samstag morgen um 5.30 Uhr hieß es dann für uns schon wieder aufstehen, schließlich wollte man doch noch eine ausgiebige Dusche genießen, bevor man sich auf die größte Sandinsel der Welt begab, sowie alles nötige einpacken. Fraser Island liegt vor der Küste von Hervey Bay, dem Ausgangspunkt unserer Reise, und umfasst insgesamt etwa 1840 km². Zum Vergleich: Sylt umfasst nur etwa 99 km²!
Mit der Organisation „Camp Beaches“ sollte es nun also los gehen und um 7 Uhr fanden wir uns alle ein, um alle wichtigen Informationen in einer Einführung mitgeteilt zu bekommen. Ein Video verdeutlichte uns die Gefahren, die da auf der Insel auf uns lauerten: startend bei aufgeschwämmtem Sand, weichem „Hilfe-wir-bleiben-stecken“-Sand, bis zu Dingos, deren natürlicher Lebensraum die Insel ist.
Nun wurden wir in 10er Gruppen eingeteilt und durften uns zusammen setzen, um einen Essensplan auszuarbeiten. Dabei griffen wir auf die uns vorgeschlagenen Abendessen – BBQ und Nudeln – zurück, sodass wir uns nur noch für Frühstück und Mittagessen etwas überlegen mussten. Auch dem Alkohol-Konsumenten sollte geholfen werden und so sollte es eine Gruppe von Leuten geben, die sich um diesen kümmerten. Da jene, die die Besorgungen machten nicht beim Fahrer-Briefing anwesend sein würden, fielen diese als Fahrer aus, doch da Alice und Hayley mit ihren 18 Jahren genauso unter die Altersgrenze von 21 fielen wie ich und Melissa (21) und David (24) noch keine - ebenso benötigte - 2 Jahre Fahrerfahrung hatten, fiel es uns nicht schwer, die Verantwortlichen für Essen und Alkohol zu finden.
Mit Melissa und David sprang ich also in den Kleinbus, der uns zum Supermarkt bringen sollte. Dabei waren wir schon wirklich spät dran, wie man uns erzählte, und deshalb hatten wir statt den gewohnten 45 Minuten nur 30 Minuten Zeit, um unsere Besorgungen zu machen. Gut, dass wir - im Gegensatz zu den anderen Gruppen – zu dritt waren, sodass wir einen Mann mehr zu Verfügung hatten. Wir stürmten also in den Markt hinein, teilten die einzelnen Abteilungen untereinander auf und genau 5 Minuten vor angekündigter Abfahrt des Kleinbusses fanden wir uns an der Kasse ein. Zu unserer Beruhigung waren die anderen Gruppen auch noch am Bezahlen, doch besah man sich den Inhalt ihrer Einkaufswägen und verglich diesen mit unserem – über voll und kurz vor dem Überquillen – wurde schnell klar, dass wir eindeutig mehr geplant hatten, auf die Insel mitzunehmen. Nun wurde es spannend, denn jeder unserer 10 Teilnehmer hatte, wie von Beaches vorgeschlagen, 20 Dollar für die Essensverpflegung abgegeben und so standen uns 200 Dollar zur Verfügung. Ob das für einen proppe-vollen Einkaufswagen reichen würde? Wir bibberten!
Am Ende hieß es einige Chips-Tüten zurück lassen, wir verzichteten auf Pilze für den Grill und auch die Wassermelone schaffte es nicht mit auf die Insel, aber alles in allem hatten wir aus unseren 200 Dollar doch wesentlich mehr heraus geholt, als die anderen Gruppen.
Stolz kehrten wir zu den anderen zurück, die gerade ihr Briefing hinter sich gebracht hatten und freundlicherweise unsere Taschen von der Bar mit zum Auto transportiert hatten. Was einen Gefallen Philipps an mich darstellte, sollte später am Abend noch drastische Konsequenzen haben ;)

Wir verstauten also alles auf dem Dach unseres Jeeps und los ging es auf unsere Abenteuerreise. Philipp hatte sich bereit erklärt, die Strecke bis zur Fähre zu fahren und das verschaffte mir den Ehrenplatz neben ihm - war ich doch nun für die Navigation zuständig. An der Anlegestelle angekommen ließ die Fähre auch nicht lange auf sich warten, kein Wunder also, das die Leute von Beaches uns gedrängelt hatten. Alle 3 Beaches Autos jedoch schafften es rechtzeitig drauf und so saß unsere Gruppe nun auf dem Oberdeck und lernte sich erstmal kennen. Darf ich vorstellen:
Hayley und Alice, beide 18 und aus England, reisen gerade von einem Ort der Welt zur anderen und waren vor nicht ganz so langer Zeit aus Süd-Afrika in Australien aufgeschlagen; Tim, 21, ebenfalls Engländer, der die Mädels auf ihrem Weg durch Australien kennen gelernt hatte und sich ihnen anschloss; David und Melissa, 24 und 21, Pärchen aus Irland; Anna und Sally, 26 und 31 aus England; Clifton, 21, aus Zürich in der Schweiz, der gerade seine Weltreise bestreitet; und natürlich Philipp und ich :)
Dabei waren wir beiden ganz schön froh darüber, dass wir die einzigen Deutschen in der Gruppe waren, hatten wir doch schon Alpträume von einer durchweg deutschen Gruppe gehabt und ganz und gar keine Lust verspürt, den Trip über nur Deutsch zu sprechen. Sogar untereinander hatten wir von Anfang an lediglich Englisch gesprochen und somit hörte es sich regelreicht eigenartig für uns an, hörten wir den anderen Deutsch sprechen. Tja, mit dieser Gruppe mussten wir uns davor bestimmt nicht fürchten!
Kaum von der Fähre hinunter stürzten wir uns mitten hinein ins Abenteuer: Über holprige Sandstraßen ging es ins Insel-Innere, denn wir mussten die Insel in voller Breite durchqueren. Auf der anderen Seite sollten wir den Strand erreichen, der hier offiziell als Autobahn (und Flugzeug-Landeplatz) gilt. Philipp, der das erste mal eine solche 4-Wheel-Drive-Strecke (= Allrad-Antriebs-Strecke) fuhr, stellte sich dabei als echtes Naturtalent heraus und mit ihm als Fahrer fühlte sich alle sicher im Auto.

Plötzlich jedoch sahen wir, wie sich ein Stau vor sich aufbaute. Da musste wohl jemand stecken geblieben sein. Es war natürlich Ehrensache gleich zur Tat zu schreiten und zu helfen. Mit gemeinsamen Kräften ließ sich der Landrover befreien, der – den Konstrukteuren sei Dank ;) - praktischer Weise das Reserverad mittig unter dem Fahrzeug angebracht hatte und damit – logischer Weise – während des Fahrens ganze Sandhaufen unter dem Auto auftürmte. Wir sollten ihnen an diesem Tag noch einige Male unsere Hilfe anbieten.

Schließlich auf der Ostseite der Insel angekommen ging es Richtung Norden, denn bevor wir uns in unserem Camp einrichten sollten, wollten wir erst einmal etwas besichtigen. Dabei war schon die Fahrt den Strand entlang ein echtes Highlight, denn das Wasser sah mit seiner schönen blauen Farbe ebenso einladend aus, wie seine Wellen – schade nur, dass man von diesem Plansch-Vergnügen absehen muss, befinden sich vor den Küsten Fraser Islands bekanntlich doch viele Haie und herrschen dort doch sehr starke Strömungen vor. Wir genossen stattdessen den Anblick.

Schließlich an unserem ersten Ziel angekommen waren wir von dessen Schönheit ebenso verblüfft, wie von den duzenden von Verrückten, die sich doch da tatsächlich zum Sonnenbaden in die Mittagssonne knallten. Hautkrebs lässt grüßen.

Eli Creek, ein kleiner Flusslauf direkt am Strand der Ostküste, bot uns kristall-kares Wasser und eine angenehme Abkühlung, konnte man ihn doch gemütlich bei knie-hohem Wasser entlang waten.


Weiter ging es zu unserer nächsten Attraktion: Dem Schiffswrack der Maheno, das 1935 während eines Zyklons auf Grund lief. Das ehemalige Luxusschiff wurde zu jener Zeit gerade von einem kleineren Schiff Richtung Japan geschleppt, wo es verschrottet werden sollte. Praktisch also, dass es schon in Australien an Land ging und hier von den Bewohnern der Insel als Attraktion angesehen wurde ;) Da spart man sich doch gleich den Sprit für den weiteren Transport.


Dekorativ sah das ganze auch noch aus und so machten wir gleich ein paar Fotos. Waren wir noch vor 2 Minuten alleine am Schiffswrack angekommen, so hatte nun ein Tour-Bus neben uns gehalten und ganz viele kleine Asiaten stürmten wie wild geworden aus ihm heraus – und direkt in unser Bild. Man fragt sich, warum sie einen immer böse angucken, wenn man selbst in ihre Bilder rennt, sie aber keinerlei Rücksicht darauf nehmen, wenn man selbst ein Foto macht – ein Rätsel, das sich wohl nie lösen wird ;) - Dann stellen wir eben die Kamera auf „Makro“ um und machen ein paar schöne Detailaufnahmen ;)


Nachdem jeder von uns genügend Fotos geschossen hatte, machten sich nun unsere Mägen bemerkbar und wir entschlossen uns einen Teil unseres Essens vom Dach zu laden und ein paar Sandwiches zu verzehren.

Als wir schließlich, etwa 3 Minuten später, alle mit einem lüsternen Grinsen genüsslich in unser fertig belegtes Sandwich beißen wollten, blieb uns der Bissen fast im Hals stecken: Zu unserer kleinen Gruppe hatte sich ein Dingo hinzu gesellt, der vom Schinken auf unserem Sandwich genauso angetan zu sein schien wie wir. Unsicher, ob er gleich über unser Essen (und möglicherweise uns) herfallen würde, erinnerten wir uns an die Anweisungen aus unserem Einführungsvideo: „Wenn ein Dingo aufkreuzt und ihr Essen bei euch habt bringt es ins Auto und bringt auch euch im Auto in Sicherheit“ Gesagt, getan, quetschten wir uns also mitsamt unseres Essens in unseren Jeep, nur um gleich darauf ein sehr interessantes Spektakel zu beobachten: Während wir uns in Sicherheit brachten, strömten sogleich alle anderen Gruppen zum Dingo hin und hatten ganz und gar keine Scheu davor, sich ihm auf weniger als 3 Meter zu nähern. Super Idee, bei einem Dingo, der offensichtlich hunrig ist, da er genau in jenem Moment auftaucht, wenn Essen in der Nähe ist.

Der Dingo war ursprünglich ein süd-ost-asiatischer Haushund, der schon vor Jahrtausenden nach Australien gebracht wurde und dort schließlich verwilderte. Es gibt nicht mehr viele reinrassige Dingos an der Ostküste Australiens, doch die meisten von ihnen befinden sich auf Fraser Island. Obwohl diese Hunde wie Haustiere aussehen, darf man sie nicht unterschätzen, schließlich leben sie schon tausende von Jahren ohne menschlichen Einfluss. Die größte Gefahr für die Dingos auf Fraser Island stellen tatsächlich die vielen Touristen dar, die tagtäglich auf die Insel strömen. Durch das Füttern der Dingos gewöhnen diese sich an den Menschen als Quelle von Nahrung, verlernen das Jagen und verlieren auch langsam aber sicher ihre natürliche Scheu vor Menschen. Was sich nun für die Meisten wie eine Art „Zähmung“ anhören mag, hat tatsächlich eher den entgegengesetzten Effekt: Fürchten Dingos den Menschen nicht mehr, beginnen sie ihn als Konkurrenten für Futter anzusehen und scheuen nicht davor zurück, mit diesem Konkurrenten um das Futter zu kämpfen. Bisher sind die Dingos von Fraser Island zumindest für Erwachsene noch keine Gefahr, Kinder jedoch, die am Strand spielen, werden oftmals als Beute angesehen und angegriffen. Was viele der Besucher der Insel nicht zu begreifen scheinen ist, dass es ihr unachtsamer Umgang mit Essensresten und Müll ist, der den Dingo in seinem Verhalten verändert, ebenso wie ihr größtenteils scheuloser Umgang mit den Tieren.
Zu unserem Glück schien dieser Dingo sich jedoch dagegen entschieden zu haben, mit uns um unser Essen zu streiten, sodass trotz völlig unverantwortlichem Verhalten der meisten Fraser Island Reisenden, niemand verletzt wurde.
Weiter ging es also zu unserer dritten und damit, für diesen Tag, letzten Attraktion: The Pinnacles. Dieser farbenprächtiger Sandstein, der durch Erruption aufgeworfen wurde und sich damit seinen Namen (zu deutsch etwa: Gipfel / Spitze / Felsnadel) verdient hat, wird in den Fremdenführern als eine der spektakulärsten und schönsten Sehenswürdigkeiten Fraser Islands beschrieben und soll eines der farblich besten Sandformationen Australiens sein. Zu unserer Enttäuschung jedoch, beeindruckte uns dieser Fels relativ wenig. Man konnte ihn lediglich von einer Seite betrachten, war doch der „Aussichtspfad“ lediglich etwa 15 Meter lang und überall warnten und Schilder davor, den Pfad zu verlassen.

Etwas verstört standen wir also vor dem Fels, schweiften einmal den Blick über ihn und fragten uns „soll das nun wirklich alles gewesen sein?“ Nachdem nun also die Raucher unserer Truppe wenigstens eine kurze Pause gefunden hatten um ihrer Sucht nachzugehen, machten wir uns von dieser „unglaublichen Erfahrung“ noch tief geprägt, zurück zum Auto und auf den Weg in unser Camp.

Dieses sollte sich, wie sich heraus stellte, wirklich nur um die Ecke befinden und da wir von den heute ankommenden Gruppen die erste war, die sich im Camp eingefunden hatte, hatten wir (abgesehen von den 3 Stellplätzen, die von den Gruppen belegt waren, die schon am Vortag übergesetzt hatten) freie Auswahl bei unserem Standort. Nachdem wir entdecken mussten, dass sich – wie war es auf einer Sandinsel anders zu erwarten – auch Ameisen pudelwohl auf der Insel fühlten, und der ganze Boden mit ihren Hügeln und Gängen durchzogen war, blieb uns schlussendlich nichts anderes übrig, als uns auf ein paar ihrer Ausgänge niederzulassen. Sie mögen es uns verzeihen ;)

Die Zeltverteilung war schnell gegeben: Während Anna, Seli, David und Melissa sich zu viert in eines der Zelte kuschelten, belegten Hayley, Alice und Tim Zelt 2 und damit blieben Philipp, Clifton und ich für das Mittelzelt übrig. Dieses hatte zu unserer Beunruhigung ein beachtliches Loch an der Seite des Innenzeltes, das zwar bei Regen keinen nennenswerten Effekt hervorgerufen hätte, jedoch natürlich eine Schwachstelle gegenüber allem krabbelnden Gefiech darstellte. Ein Sorge, der sich später am Abend noch als berechtigt herausstellen sollte.

Nach einem heißen Tag auf der größten Sandinsel der Welt wollten wir alle nur noch eines: Eine angenehme Dusche. Angenehm beinhaltete dabei für mich ganz gewiss auch ein gewissen Maß an Wärme – genau bei dieser sollte es aber einen kleinen Haken geben. Während auf der „Beaches“-Internetseite großspurig mit „FREE hot showers and flushing toilets“ (= Freie heiße Duschen und Toiletten mit Spülung) geworben wurde, durfte ich in der Dusche jedoch feststellen, dass der Begriff „heiße“ wohl nicht ganz so wichtig genommen worden war. Stattdessen gab es im gesamten Camp lediglich eiskaltes Wasser, was die so sehnsüchtig erwartete Dusche am Ende des Tages eher weniger „genüsslich“ gestaltete. Völlig durch gefroren watschelte ich also aus der Dusche und dem Waschhaus heraus – nur um sogleich wieder rückwärts hinein zu laufen. Am Fuße dessen Rampe patrouillierte nämlich gerade ein Dingo und schlich dort unten bis auf einen Meter an ein – in Angst versteinertes – Mädchen heran. Nachdem seine Neugierde jedoch befriedigt war, drehte er wieder ab und trottete von dannen. Na dann!

Zurück im Zelt angekommen sollte bald die Dämmerung einbrechen und so schmiss ich mir nur schnell etwas zum Anziehen über und transportierte mit den anderen unser Essen für's BBQ zur Kochstelle. Hier war reges Treiben an der Tagesordnung und der Geräuschpegel war dabei wohl mit einem Rockkonzert vergleichbar. Vorteil des ganzen: Trotz des vielen Essens würde sich hier ganz gewiss kein Dingo heran wagen und wir mussten nicht darum fürchten, dass man uns unser Essen stehlen würde. Nachteil: Man konnte kaum sein eigenes Wort verstehen.
Nachdem nun also endgültig die Dunkelheit eingesetzt hatte, verließ uns auch langsam die mollig Warme Temperatur und so eilte ich in Begleitung von Philipp (schließlich soll man sich auf Grund der Dingos nie alleine über die Insel bewegen) zurück zum Zelt um meine warme Bench-Fließjacke hervor zu kramen. Zu meiner Überraschung jedoch durfte ich feststellen, dass sich die Jacke nicht an jenem Ort befand, wo ich sie vermutet hatte. „Komisch“, dachte ich, „naja, sie muss ja irgendwo sein“. Ich entleerte also meine komplette Tasche nur um nun mit klarer Gewissheit vor mir zu sehen: Meine Bench-Jacke hatte es nicht mit auf die Insel geschafft.
Wir rekapitulierten: Wo konnte sie jedoch verschütt gegangen sein. Da dämmerte Philipp ein mögliches Szenario. Da meine Jacke nur lose auf der Tasche gelegen hatte, war die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie beim Transport von der Bar zum Auto herunter gefallen war – ich hatte die Tasche leider Gottes am Auto nicht mehr gecheckt, war ich doch zu beschäftigt gewesen, das Essen in den dafür vorgesehenen Plastikkörben zu verstauen. Das würde eine kühlere Nacht werden, als ich sie erwartet hatte.
Für's erste gab mir Philipp erstmal seine Jacke, denn während ich Frostbeule mal wieder fror, war es für den Rest der Insel offenbar noch wunderbar warm. Wir setzten uns also um das Lagerfeuer, das von einem der Aboriginies entflammt worden war, die das Camp führen und wenig später kam auch Davids Gitarre zum Einsatz, die er heldenmütig mit auf die Insel genommen hatte. Aus unserer kleinen, familiären Gruppe, wurde sobald eine immer größere, sodass es am Ende erschien, als habe sich das ganze Camp versammelt, um mit David gemeinsam zu Singen oder einfach am Feuer zu entspannen.

Gegen 24 Uhr zog es Philipp und mich nun schließlich wieder zurück zum Zelt, fielen uns doch nach diesem anstrengenden Tag langsam die Augen zu. Im Zelt hieß es also umziehen und gerade als ich die Taschenlampe schon ausschalten und zu Bett gehen wollte machte ich eine grusellige Entdeckung: Da, in meiner Ecke, nur etwa 20 cm über meinen Sachen, hatte sich eine nicht minder große Spinne niedergelassen. Philipp und ich gerieten natürlich gleich in Panik, hatten wir doch keine Ahnung, ob es sich dabei um eine giftige – möglicherweise sogar tödliche – Spinne handelte.

Schnell noch ein Foto von dieser im Durchmesser etwa 1dm großen und ganzschön eklig haarigen Spinne gemacht und dann mussten wir uns etwas überlegen, wie wir sie aus dem Zelt bekommen würden. „Wir brauchen einen Behälter“, kombinierte ich. „Ja aber was denn?!“ „Irgendwas großes... in ein Glas bekommen wir die nicht so leicht“ „Der Topf!“. Und schon wurde der Topf, den wir gerade noch zum kochen unserer Dosenbohnen verwendet hatten zur Spinnenjagt missbraucht. Kaum hatten wir die Spinne nun also mit dem Topf an der Wand des Zeltes festgenagelt, stellte sich nun die nächste Frage: „Woher bekommen wir nun ein Stück Pappe um den Topf abzudecken und die Spinne zu fangen?!“ Unsere 4WD-Einführungs-Folie musste herhalten und nach vielem gequieke (und das nicht nur von mir) und gejammere, schaffte es schließlich Philipp sich einen Ruck zu geben und Topf mit Folie von der Wand zu heben. Gackernd wie die Hühner liefen wir auf die andere Seite des Camps, ließen den Topf fallen und begaben uns auf 2 Meter Sicherheitsabstand – man weiß ja nie! Vielleicht springt die ja! Langsam und vermutlich völlig benommen kletterte die Spinne aus ihrem Gefängnis hinaus und schüttelte vermutlich ihren kleinen Spinnenkopf über die Aufruhr, in die sie diesen komischen großen Gestalten versetzt hatte. Nun, mit Internetzugang und damit Zugang zum Google Bilderarchiv gehen wir davon aus, dass es sich bei unserer Spinne um eine „Huntsman Spider“ gehandelt hat – völlig ungefährlich für den Menschen. So wirklich ruhig schlafen konnten wir jedoch ohne dieses Wissen nicht.

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