Donnerstag, 3. Dezember 2009

Der abgelegene Strand

Nachdem ich mich die letzten 2 Tage erst einmal dank Muskelkater ausgeruht hatte und auch diesen Morgen langsam angehen wollte, begab ich mich gegen Mittag mit Philipp zu den Läden und besorgte mir eines jener Surf-Neopren-Shirts, die ich die letzten beiden Male von den Surfschulen gestellt bekommen hatte. Diese halten einen nicht nur etwas wärmer im Wasser, sondern dienen vorallem zum Schutz vor Aufschürfungen am Board und bei Mädels bewahren sie außerdem noch vor peinlichen "Ups, ich hab mein Bikini-Oberteil verloren"-Situationen ;)
Um 15 Uhr trutelten wir nun also im Surfshop ein, denn ich wollte mir für 2 Stündchen ein Board ausleihen und ein bisschen üben. Leider hatte ich diese Rechnung ohne den Verleih gemacht, denn dieser verlangte alle Bretter schon um 16 Uhr wieder zurück und somit waren sie nicht bereit, mir noch ein Brett auszuleihen.
Etwas enttäuscht darüber, dass ich meine letzte Möglichkeit in Agnes Waters Surfen zu gehen vertan hatte, entschlossen Philipp und ich uns zu jenem abgelegenen Strand zurück zu kehren, den wir schon gestern besucht hatten. Dieser lag nur unweit vom Hauptstrand entfernt, war aber durch einen Felsvorsprung mit darauf befindlichem Aussichtspunkt von ihm abgetrennt, sodass man ihn nur über das Innland erreichen konnte.

Wir schnappten uns also 2 Bodyboards, die es bei uns im Hostel glücklicher Weise umsonst auszuleihen gab und begaben uns auf den Weg. Am Strand angekommen, der zum naheliegenden Campingplatz gehörte, begaben wir uns schnurstracks weiter nach links zu jenem Strandabschnitt, den wir schon gestern entdeckt hatten. Bei Ebbe war dieser ganz einfach zu erreichen, konnte man doch einfach an den Felsen vorbei laufen, aber wir hatten schon am gestrigen Tag feststellen müssen, dass dies bei Flut nicht der Fall sein solle. Am gestrigen Tag hatte das in einer Felsen-Kletter-Aktion geendet, die sich auf Grund der unterschiedlich geformten Felsen als relativ einfach herausgestellt hatte.

Heute, mit unseren Bodyboards stürtzten wir uns in die Fluten und vergaßen darüber ein weiteres mal die schnell einsetztende Flut. Um uns das Klettern zu ersparen, wollten wir um die Felsen herum schwimmen – machten aber natürlich einen großen Bogen um diese, wollten wir doch nicht von einer großen Welle erfasst und gegen sie geschleudert werden. Was wir dabei aber eindeutig unterschätzten war die Ströhmung. Zwar trieb sie uns nicht auf's Meer hinaus, doch sie stoppte einen fast davon, überhaupt vom Fleck zu kommen. Wir entschlossen uns also zum Strand zurück zu kehren und waren, da wir eine Felsenkette bereits hinter uns gebracht hatten, glücklicherweise in der Lage durch eine kleine Felsspalte zu huschen und ersparten uns damit eine erneute Kletter-Aktion.
Am Abend hieß es dann Abschied nehmen von unseren neu gewonnenen Freunden, die vor allem aus den dort arbeitenden Backpackern bestanden, denn Philipp und ich hatten uns entschieden am Samstag gemeinsam unsere Fraser Island Tour zu beginnen und mussten so also am nächsten Morgen nach Hervey Bay aufbrechen.
Dieser kleine Ort hatte mich wirklich beeindruckt. Die Atmosphäre im Ort, sowie im Hostel, war so angenehm, dass es mich schon ein bisschen traurig stimmte, sie zu verlassen. Hätte ich keine Einladung zu Weihnachten von meiner ehemaligen Gastfamilie in Brisbane bekommen, so wäre ich sicher noch länger hier geblieben und hätte Weihnachten hier verbracht.
Aber nun hieß es erstmal: Weiter mit der Reise :)

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