Mittwoch, 24. Februar 2010

Wicked - die wahre Geschichte der bösen Hexe des Westens!

Unser aufregender Ausflug zu den Blue Mountains hatte uns nicht davon abgehalten den Abend noch zusätzlich aufregend zu verplanen und so hatten wir Karten für das Musical „Wicked“ gekauft. Basierend auf meiner Erfahrung aus Cats, welches ich mit Mama, Papa, Alex und Christina in Frankfurt gesehen hatte, erschien es mir klug im Rang zu sitzen und so hatten wir uns ein paar Sitzplätze in der 3. Reihe erkämpft. Mit von der Partie war neben Lisa und mir natürlich auch noch Nick. Seit ich Lisa am gestrigen Abend mit den Karten überrascht hatte – sie hatte es schon abgeschrieben, dass wir das vor ihrer Abreise noch schaffen würden – waren wir schon die ganze Zeit ganz hibbelig gewesen und hatten uns wie die Blöden auf die Vorstellung gefreut. Und wir wurden nicht enttäuscht!
Wicked, das auf der Geschichte des Zauberers von Oz basiert, zeigt die vermeintlich böse Hexe des Westens (im Englischen „Wicked witch of the west“, daher auch der Titel), die Dorothy im „Zauberer von Oz“ als Gegenspielerin gegenüber steht, in einem ganz neuen Licht und dreht dabei wohl jede Zuordnung von „Gut“ oder „Böse“ um 180° um. Denn als Dorothy im „Zauberer von Oz“ der bösen Hexe den Gar ausmachte, bekamen wir natürlich nur ihre Version der Geschichte erzählt. Wer aber steckt hinter der Figur der bösen Hexe und wie ist sie eigentlich böse geworden? Außerdem: Wie gut ist das Gute und wie böse das Böse wirklich?
Genau um all diese Fragen dreht es sich in „Wicked“ und eines ist sicher: Kommt man aus dem Theater wieder heraus, so hat man eine ganz neue Perspektive auf die alte Geschichte von Dorothy, die mit ihren Zauberschuhen im Lande des Zauberers von Oz fest sitzt gewonnen.
Bereits beim Betreten des Zuschauerraumes nahm mir das Bühnenbild fast den Atem! Eine große Landkarte verdeckte den Großteil der Bühne; darauf verzeichnet natürlich „Oz“ und in seiner Mitte „Emerald City“, die Smaragdstadt, in der der Zauberer von Oz wohnt. Diese wird von hinten mit einem grünlichen Licht bestrahlt und schimmert dadurch ganz magisch. Über der Karte befindet sich ein mehrere Meter großer metallener Drachen. Zu ihrer linken und rechten zwei Türmchen. Der Vorhang hebt sich – in diesem Falle also die Karte – und schon erklingt das erste Lied – ein Lobgesang darauf, dass die böse Hexe des Westens endlich vernichtet sei. Und dort, von ganz oben, kommt Glinda, die gute Fee, auf einem Metallgestell herunter geschwebt – in einem wundervoll glitzernden weißen Kleid und von Luftblasen umgeben. Könnte es einen besseren Einstieg in diese Geschichte geben? Und während die Bewohner der Smaragdstadt noch ihren Sieg über die böse Hexe feiern, erinnert sich Glinda an die Zeit vor ihrer Vernichtung zurück.
Nicht nur das Bühnenbild raubt einem den Atem, sondern auch die Kostüme. Sogar von hier oben sieht man ihnen ihre aufwändige Bearbeitung an und damit machen sie das Geschehen noch ein bisschen magischer.
In der Pause gibt es dann einen Hexentrunk aus farblich leuchtenden Cocktail-Gläsern, bevor man den Rest der Aufführung genießt.
Noch die ganzen nächsten Tage verbrachten Lisa und ich damit die Wicked-Lieder – natürlich fürchterlich schief, aber uns störte es nicht – lauthals bei uns zu Hause zu trällern.
Der Besuch war sein Geld also definitiv wert und ich kann nur jedem, der die Gelegenheit dazu bekommt empfehlen, sich das Musical anzusehen. Welches Musical würde ich mir noch einmal ansehen, wenn ich die Wahl zwischen „Cats“ und „Wicked“ hätte? Ganz eindeutig Wicked! Ich liebe zwar „Cats“, doch „Wicked“ hat ihm gegenüber einen ganz eindeutigen Vorteil: Eine grandiose Geschichte!

Sonntag, 21. Februar 2010

Der Morgen danach

Am nächsten Morgen erhoben sich nun also 5 verkaterte Gestalten und ich aus ihren Betten und genossen erst einmal einen liebevoll von Frank für uns zubereiteten Espresso ;) Während der Rest aufgrund des extensiven Alkoholkonsums am vorherigen Abend noch etwas mit dem Appetit und Hunger zu kämpfen hatten, freute ich mich schon richtig auf das Frühstück, dass wir in einem der Hafencafés zu uns nehmen wollten. Vorher musste jedoch für Frank noch ein Mysterium geklärt werden: Dieser war nämlich in der Mitte der Nacht aufgewacht und hatte das Bett unter sich komplett durchnässt vorgefunden. „Ach du Scheiße!“, war natürlich gleich sein Gedanke, „Hab ich ins Bett gemacht?!“ Doch das Abtasten seiner Hose ergab, dass das nicht der Fall seien konnte, denn diese war trocken. Er erinnerte sich also wieder daran, vor dem Einschlafen noch etwas getrunken zu haben, vermutete also richtiger Weise, dass die Nässe von seiner Wasserflasche stammen würde – diese war aber magischer Weise verschwunden ;) Der Austausch über die Erfahrungen, die wir beide in der Nacht gemacht hatten, resultierten in ausgiebigen Lachanfällen und machten mein vermeintliches „Angepinkelt-werden“ zum Running-Gag des Morgens.
Das Frühstück fiel dann beim Großteil der Gruppe mit lediglich einem Milchshake recht spärlich aus, während ich mir 2 Scheiben Banana-Bread bestellte, um meinen Körper für die neu verschriebenen Antibiotika vorzubereiten, die ich heute zum ersten Mal nehmen sollte.

Kaum hatte ich diese zu mir genommen (vermutlich mit zu wenig Flüssigkeit), verschlechterte sich meine Verfassung jedoch schlagartig und mein Kreislauf schien sich dazu entschieden zu haben, mich nicht mehr zu mögen. Leider sollte sich meine Verfassung den ganzen Tag nicht mehr verändern, doch Jammern hilft nichts und da für den Abend nicht genug Personal da war, musste ich sogar zur Arbeit erscheinen. Ich hoffte nur, dass die Einnahme der Medikamente nicht jeden Tag in solchen Beschwerden resultieren würde. Na ja, wenigstens konnte ich nun mit meinen Boots-Kumpanen mitfühlen ;)

Samstag, 20. Februar 2010

Yum Cha - wirklich "Yummy" (= lecker)

Und wieder einmal stand heute eines von Nicks kulinarischen Experimenten an, die er über den letzten Monat hinweg schon so oft mit mir unternommen hatte. Heute sollte es „Yum Cha“ (sprich = Jamtscha) sein, ein chinesischer Brunch, bei dem das Essen auf kleinen Küchenwagen an den Tischen vorbei gefahren wird und man sich einfach gerade an jenem bedient, was einem ins Auge springt. Bei diesem gewagten Unterfangen ließ es sich Lisa natürlich nicht nehmen uns zu begleiten uns so erreichten wir am späten morgen Chatswood, einen für seine asiatische Population bekannten Stadtteil Sydneys. Dort ging es schnurstracks ins Einkaufcenter und hinein ins „Kam Fook Restaurant“, einem traditionell gestaltetem chinesischem Seafood-Restaurant, in dem man sogar noch seinem Fischlein, Hummer oder Krebs persönlich auf Wiedersehen sagen kann, bevor er in den Kochtopf geschmissen wird.


Kaum hatten wir uns gesetzt ging der Spaß also los und schon stand jemand mit einem Wägelchen neben unserem Tisch und ließ uns fleißig aussuchen. Lisa und ich verließen sich da ganz auf Nick, der mit seinem großen Erfahrungsschatz in Sachen asiatischer Küche doch viel eher wusste, was er da vor sesiner Nase vor fand. Von Krebs über Frühlingsrollen, bishin zu Fisch-Reisbällchen wurde uns hier alles geboten und begierig probierten wir sogleich alles Neue, was sich auf dem Tisch einfand – manchmal mit mehr, manchmal mit weniger Erfolg, denn obwohl Lisa und ich theoretisch schon mit Stäbchen umgehen können, hört es mit den angemessenen Tischmanieren ganz schlagartig auf, wird das Essen zu glitschig ;) Wir hatten trotzdem unseren Spaß und amüsierten uns über unsere kläglichen Versuche, das Essen aus den Schüsseln heraus und auf unseren Teller zu manövrieren.
Nachdem nun also jeder von uns zur Zufriedenheit gestärkt war, wagten wir uns an den Nachtisch heran: Mango-, sowie Kokusnuss-Wackelpudding und mit Mango und Sahne gefüllte Pfannkuchen. Leeecker! Danach waren wir allerdings so satt, dass wir schon fast fürchteten, wir müsten platzen ;)

Um die gerade aufgenommenen Kallorien wieder abzubauen entschieden wir uns spontan zu einem Airhockey-Match, denn bereits beim Eintreten in das Shoppingcenter war mir ein Airhockey-Tisch ins Auge gesprungen. Das es sich dabei um einen „Hamtaro“-Kinder-Airhockey-Tisch handelte, war mir von dort unten jedoch entgangen und so wurde das Match noch durch die Tiefe des Tisches verschäft ;) (für all jene, denen „Hamtaro“ nichts sagt: Hamtaro ist eine japanische Comicserie in der es um lauter – super niedliche – kleine Hamster geht). Besonders die darauf geklebten Hamtaro-Aufkleber erweckten beim Spiel unsere Aufmerksamkeit und lenkten uns damit schon ein wenig vom Geschehen ab ;) Nachdem mich Lisa in der ersten Runde geschlagen hatte, schaffte ich es 2 Mal Nick zu schlagen und konnte damit meinem eben an einem Hamtaro-Tisch verlorene Ehre wieder erlangen ;)

Ich verliere meinen Faden / Feucht-fröhliche Überraschung ;)

Nach diesem durchaus gelungenem Morgen musste ich mich schließlich wieder ernsteren Aufgaben zuwenden: Ein Besuch beim Arzt stand an, denn ich hatte vor 5 Tagen meine Stiche gesetzt bekommen und die sollten nun entfernt werden. Auf den Hinweis meiner Arbeitskollegen hin, ging ich hierfür jedoch nicht zurück ins Krankenhaus, denn es hätte wieder einmal ewig gedauert, dort an die Reihe zu kommen. So wurde mir also das „Medical Center“ nahe meiner Arbeitsstelle empfohlen und genau dort brachte mich Nick freundlicher Weise hin.
Schon am Empfang saß ein – typischerweise für diesen Stadtteil natürlich offensichtlich schwuler – sehr netter Empfangschef, der mir sogleich dabei half all jenen Papierkram richtig auszufüllen, den ich brauchte, damit die Behandlung des bei der Arbeit geschehenen Unfalls auch über die Arbeits-Unfall-Versicherung abläuft. Dazu musste er meinen Chef Kurt anrufen um von ihm die erneute Bestätigung zu erhalten, dass es sich hierbei um einen Arbeitsunfall handelte und sobald er aufgelegt hatte, hieß es gleich mit verschmitztem Lächeln und leicht anzüglichem Ton: „Ach, ich glaub ich kenne Kurt sogar... Das ist doch der, der immer in diesen netten Lederhosen rum läuft oder?“ Na da hatte ja wieder jemand einen Narren an Kurti gefressen ;)
Nach einigen Minuten wurde ich zu Doktor Huber ins Zimmer gerufen, der erst einmal einen ausgiebigen Blick auf meine Narbe warf und diese als perfekt verheilt bezeichnete. Natürlich war noch ein Strich zu sehen, wo sich der Schnitt ereignet hatte, doch trotz meiner Zweifel an den Fähigkeiten des Krankenhaus-Arztes, schien dieser beim Nähen wirklich gute Arbeit geleistet zu haben, sodass die Einstiche nahezu gar nicht mehr zu sehen waren, sobald Hautkleber und Fäden gelöst wurden. Ich erkundigte mich auch bei Doktor Huber nochmals nach einer Behandlung der Narbe durch Cremes oder Öle und anders als mein Krankenhaus-Arzt war dieser der Meinung, Vitamin C Öl würde bei der Wundheilung helfen und verschrieb mir dieses auf Kosten der Arbeitsversicherung. Wusste ich doch, dass ich nicht einfach nichts machen sollte, so wie es der Krankenhaus-Arzt vorgeschlagen hatte ;)
Nachdem meine Arbeitsunfall-Behandlung beendet war, nutzte ich die Gelegenheit nun endlich einmal bei einem Arzt zu sitzen um ihm von meinen seit 1 ½ Wochen immer wiederkehrenden starken Kopfschmerzen zu berichten, die mich schon förmlich in den Wahnsinn getrieben hatten. Ich war mittlerweile schon so verängstigt, dass ich ernsthaft darüber nachgedacht hatte, mein Hirn nach irgendwelchen Tumoren abscannen zu lassen – so weh tat das Ganze!
Dr. Huber warf also einen Blick in meinen Hals, meine Nase und meinen Rachen und beruhigte mich mit der simplen Aussage: „Gute Nachricht, sie werden überleben“ sogleich ;) Im Detail erklärte er mir nun, woher meine Schmerzen kamen – eine durch Allergie ausgelöste Verschleimung meines Rachenbereiches hatte dafür gesorgt, dass sowohl meine beiden Nasenhöhlen, als auch die hinter dem Auge liegenden Hohlkammern völlig verstopft waren, was in einem starken Schmerz hinter meinem Auge resultierte – und nahm sich wirklich Zeit mir zu erleutern, wie es dort hinten in meinem Nasenbereich aussah. So gut war ich noch nie von einem Arzt unterrichtet worden! So manch ein Roßdörfer Arzt könnte sich da ruhig mal eine Scheibe von abschneiden *räusper* Mir war es immer gewesen, als habe ich hier in Australien nicht mit Heuschnupfen-Beschwerden zu kämpfen, deshalb wäre ich auch nie auf die Idee gekommen, meine Kopfschmerzen könnten auch nur im Geringsten damit zusammen hängen – tja, falsch gedacht, auch hier auf der anderen Seite scheine ich von meinen Allergien leider nicht verschont zu bleiben.
Dr. Huber ging gleich aufs Ganze und verschrieb mir neben Nasenspray auch gleich Antibiotika um die Entzündung abschwellen zulassen, sodass ich die Apotheke schließlich zwar um 120 AUD ärmer, aber mit einer ganzen Medikamenten-Sammlung reicher wieder verließ ;)
Sogar die saftige Gebühr, die mir in Australien abverlangt wird, um einen Arzt zu sehen, wurde auf Dr. Hubers Drängen hin von 95 AUD auf 80 AUD erniedrigt – hey, das ist schon einmal Essen gehen ;) - und somit verließ ich den Arzt guten Mutes und mit der Hoffnung, bald von meinen Kopfschmerzen erlöst zu sein.
Ausruhen war aber natürlich nicht, schließlich war ich ja heute für die Abendschicht zum Arbeiten eingetragen und obwohl ich viel lieber bereits jetzt zur Bootsparty gegangen wäre, die sich heute auf Franks Boot – einem Freund, den Lisa und ich vor Monaten in Airlie Beach kennen gelernt hatten und der hier in Sydney lebt – ereignen sollte, hatte ich schlicht und ergreifend keine Wahl. Kaum hatte die Uhr jedoch 23.30 Uhr geschlagen und wir alles im Restaurant aufgeräumt, sauste ich hinunter zur U-Bahn und keine 20 Minuten später fand ich mich in Darling Harbour auf Franks Boot ein.

Dort hatte die Party schon um 19 Uhr begonnen und eine schon merklich beschwipste Lisa und ein ebenso merklich torkelnder Frank holten mich vom Pier ab um mich zum Boot zu führen ;) Kein Wunder, bedenkt man doch Franks Version des „Long Island Iced Teas“, dessen Geheimnis es doch ist, lediglich aus Alkohol zu bestehen und nur gerade soviel Cola zu enthalten, dass sich die Farbe des Getränkes verändert. Zu meiner Erleichterung hatten die Anwesenden – Frank, Lisa, Ina, Mel, Albert und seine Freundin Sarah (letztere 3 hatte Frank auf seinem Tauchurlaub auf Koh Tao kennengelernt, aus dem er gerade zurückgekehrt war) – die Schüssel Long Island Iced Tea schon vernichtet und mir blieb damit ein weitaus angenehmeres - von Mel zusammen gemixtes - Gebräu übrig ;)

Für mich war es das erste Mal, dass ich Frank wieder traf, seit wir uns im September letzten Jahres in Airlie Beach kennen gelernt hatten, denn – gelobt sei die Arbeit ;) - während Lisa sich in den letzten Wochen immer mal wieder mit ihm hatte treffen können, war ich immer verhindert gewesen. Nun endlich hatten wir es also geschafft und schon wie in Airlie hatten wir super viel Spaß bei Getränken, Musik und Unterhaltungen. Erst gegen 4 Uhr früh verschlug es uns schließlich ins Innere des Schiffes um zu Schlafen und es mangelte auf dem Boot auch nicht gerade an Übernachtungsmöglichkeiten um uns alle unterzubringen ;) Während Lisa und ich uns also – wie wir das gewöhnt sind – ein Doppelbett teilten, verweilte Frank auf jenem Bett, dass sich genau über meiner Doppelbetthälfte befand. Warum dieses Detail wichtig ist? Wartet nur ab!
Ich war also schon seelenruhig in das Land der Träume abgedriftet, als ich plötzlich unsanft aus meinem Schlaf geweckt wurde – es tropfte auf mich! „Was zur Hölle!?“ dachte ich mir, denn es war klar, dass das nur von Franks Bett kommen konnte. Die Horrorstory, die mir in einem jener Hostels berichtet worden war, die ich auf meiner Reise besucht hatte, kam mir in den Sinn: Ein Kerl hatte sich eines Abends so dermaßen betrunken, dass er seine Blase im Schlaf nicht mehr unter Kontrolle zu haben schien und pinkelte ins Bett. Auch hier ist diese Geschichte – bedenkt man, dass es sich dabei um ein Hostelbett handelt – schon wirklich peinlich, aber es kommt noch besser: der Junge schlief nämlich auf dem oberen Bett eines Hochbettes und sein „Unfall“ betraf dann auch gleich noch das Mädchen das unter ihm schlief, welches von der durch die Matratze dringenden „Flüssigkeit“ voll getropft wurde. Versteht ihr meinen Gedankengang? „Ich bringe dich um Frank! Ich bringe dich UM!“, dachte ich mir und setzte mich so auf dem Doppelbett auf, dass ich auf seine Liege sehen konnte. Dort fand ich – zu meiner Verwirrung, doch ebenso zu meiner großen Erleichterung - eine offene Wasserflasche auf dem Bett liegend vor. „Gott sei Dank, er hat nur den Deckel nicht richtig aufgesetzt“, schoss es mir durch den Kopf und ich sendete ein paar Stoßgebete Richtung Himmel ;) Ich sammelte also die Flasche vom Bett, verschloss sie wieder und tupfte – so gut es eben ging – mit einem Handtuch die völlig durchnässte Matratze etwas trocken. Frank schlief derweil noch seelenruhig weiter und ich wollte ihm seinen Frieden auch gar nicht nehmen. Ich legte mich also wieder hin und schon war ich eingeschlafen.

Freitag, 19. Februar 2010

Spätsommerliche Schneeballschlacht in Sydney

Bereits die letzten paar Wochen hatten sich Lisa und ich von unseren Eltern das Gestöhne über immer wieder auftretenden Schneefall, Streusalzknappheit und vereisten Straßen anhören müssen und das zu so einer späten Zeit des deutschen Winters! Wo es mitlerweile schon eine echte Ausnahme bleibt, dass es ein Paar Tage lang im Rhein-Main-Gebiet schneit und der Schnee auch wirklich liegen bleibt, schien es in diesem Winter so, als hätte sich Deutschland in eine Schneekugel verwandelt.
Aus Mitgefühl für unsere Daheimgebliebenen entschieden sich Lisa und ich schließlich, sich auch am fröhlichen Schneetreiben zu beteiligen und bauten am heutigen Freitag einen Schneemann, sowie veranstalteten eine Schneeballschlacht. Und das nicht etwa auf einem hoch gelegenen Berg, nein, gleich hier in unserem Sydney-Vorort Marsfield - sogar gleich in unserem Garten. Wie das ganze funktionieren soll fragt ihr euch? Tja, ganz einfach, wir haben gelernt zu zaubern ;) Naja, ein wenig Hilfe haben wir dabei von Lisa's Schwester erhalten, die Lisa zu Weihnachten mitsamt der Eltern und Freund in Australien besucht hatte und "Schnee-Wunderpulver" mitgebracht hatte. Dieses galt es nun nur mit Wasser zu vermischen und im Gefrierfach für einige Zeit ruhen zu lassen und schon konnten wir mit dem Schneemann-bauen loslegen.
Dabei war uns doch glatt entfallen, wie kalt Schnee doch wirklich war und so saßen wir in unseren kurzen Klamotten in unserem Garten und vereisten uns beinahe die Finger bei dem Versuch, möglichst gleichmäßige Kugeln für unseren kleinen Schneemann-Körper zu formen - Tja, Schneehandschuhe nimmt man eben im Allgemeinen nicht unbedingt mit nach Australien. Mit einigen Tricks gelang es uns aber schließlich unseren auf "Snowy" getauften Schneemann zu errichten und natürlich hatten wir auch daran gedacht Karotten einkaufen zu gehen, um ihm eine Nase zu verpassen. Da unsere Karotte jedoch ein größeres Ausmaß hatte, als der tatsächliche Schneemann, hieß es gleich erst einmal Schneemann-Nase-Schnitzen und schon prangte eine wunderschöne orangene Möre in dessen Gesicht.
Ein paar Mini-Stöckchen als Arme später nahm er schon richtige Formen an und seinen Job als Foto-Modell richtig ernst ;)

Doch so wie alles sein Ende haben muss, blieb auch "Snowy" leider nicht davon verschohnt, und zu allem Überfluss gab es auch noch frech genuge Menschen, die diesen wirklich tragischen Vorfall per Videokamera festgehalten haben - immer diese Sensationslustigen!
Nachdem Snowy sich nun leider von den Lebenden verabschiedet hatte, fanden wir jedoch sogleich eine neue Verwendung für dessen Überreste: Eine Schneeballschlacht. Und so kam sie zustande, unsere spätsommerliche Schneeballschlacht in Sydney. Aber seht nur selbst:



Hafenluft schnuppern

Der Abend sollte für uns ebenfalls noch einige Aktivitäten bereit halten, denn zur Abwechslung hatte ich an einem Freitag Abend einmal frei. Also entschlossen sich Ina, Lisa und ich zur Opera Bar zu gehen und bei ein paar Drinks gemütlich zu Quatschen. Die Kulisse dafür ließ sich auch wirklich sehen, hatte doch ein großes Kreuzfahrtschiff (der Name ist mir leider entfallen) im Hafen festgemacht und erstrahlte dort in auffälligem Violett.

So in reiner Mädels-Gruppe unterwegs, dauerte es natürlich nicht lange, bis wir von den ersten Jungs angequatscht wurden und damit durfte ich natürlich so einige Male erklären, was es mit den Fäden in meinem Kinn auf sich hatte. Lisa jedoch sprang gleich helfend ein und verbreitete das Gerücht, ich sei Profiboxerin und wäre bei meinem letzten Kampf schwer verletzt worden. Bei der Menge von Alkohol, den einige dieser Jungs im Blut hatten, führte das vorerst zu erstaunten und bewundernden Blicken, bis sie schließlich doch realisierten, dass wir sie auf den Arm nahmen. Wir genossen also ein gutes Opera-Bar-Bier – ein sehr reiches und nahezu fruchtiges Bier, das nur in jener Bar erhältlich ist – bis später auch noch Nick zu uns stieß und wir genug von der Location und den Leuten hatten.


Zurück ging es also Richtung Cirqular Quay, wo wir uns erneut in einer Bar niederließen um ein bisschen Wein zu genießen. Keine 30 Minuten später torkelten auch unsere neu gewonnenen „Freunde“ vorbei und gesellten sich natürlich sogleich zu uns ;) Haha, das war ein Spaß, waren wir sie doch gerade erst erfolgreich losgeworden. Zu unserer Verabredung, die wir für Freitag ausmachten um Lisa's Abschied aus Australien zu feiern hätten sie sich bestimmt auch gerne noch eingeladen, aber wir verrieten ihnen sicherheitshalber nicht, wohin wir gehen würden ;) Man kann ja nie wissen :P

Freitag, 1. Januar 2010

Silvesterspektakel

Hallo meine Lieben!
Ich wünsche euch an schönes neues Jahr 2010! Oh mein Gott, es sind schon 10 Jahre seit dem Millenium... und ich erinnere mich noch daran als wäre es gestern gewesen! Dieses Jahr werde ich nun schließlich die 2 als erste Nummer in meinem Alter tragen, hoffentlich noch viele schöne Sachen in Australien sehen und erleben, sowie hoffentlich bald zur Uni gehen. Wie aufregend! Ich bin schon ganz gespannt, was das neue Jahr für mich bringt und ich hoffe ihr freut euch auch schon genauso drauf wie ich! Natürlich habe ich euch hier in Sydney nicht vergessen, und auch wenn ich euch nicht allen eine SMS zuschicken konnte (ich brauche ja schließlich noch etwas Geld um hier zu überleben ;) ), habe ich doch zumindest ein Video vom Feuerwerk gemacht, sodass ihr euch so fühlen könnt, als wärt ihr live dabei gewesen!

Ich vermisse euch und freue mich schon euch Mitte des Jahres wieder zu sehen! Vorher jedoch muss ich noch meinen derzeitigen Kontinent bereisen ;) Passt auf euch auf, denn ich versuche ja schließlich auch auf mich aufzupassen :P

Hab euch lieb!!

PS: Ausführlicher Bericht inklusive Bilder und Videos sollte es in den nächsten Tagen geben