Nach diesem durchaus gelungenem Morgen musste ich mich schließlich wieder ernsteren Aufgaben zuwenden: Ein Besuch beim Arzt stand an, denn ich hatte vor 5 Tagen meine Stiche gesetzt bekommen und die sollten nun entfernt werden. Auf den Hinweis meiner Arbeitskollegen hin, ging ich hierfür jedoch nicht zurück ins Krankenhaus, denn es hätte wieder einmal ewig gedauert, dort an die Reihe zu kommen. So wurde mir also das „Medical Center“ nahe meiner Arbeitsstelle empfohlen und genau dort brachte mich Nick freundlicher Weise hin.
Schon am Empfang saß ein – typischerweise für diesen Stadtteil natürlich offensichtlich schwuler – sehr netter Empfangschef, der mir sogleich dabei half all jenen Papierkram richtig auszufüllen, den ich brauchte, damit die Behandlung des bei der Arbeit geschehenen Unfalls auch über die Arbeits-Unfall-Versicherung abläuft. Dazu musste er meinen Chef Kurt anrufen um von ihm die erneute Bestätigung zu erhalten, dass es sich hierbei um einen Arbeitsunfall handelte und sobald er aufgelegt hatte, hieß es gleich mit verschmitztem Lächeln und leicht anzüglichem Ton: „Ach, ich glaub ich kenne Kurt sogar... Das ist doch der, der immer in diesen netten Lederhosen rum läuft oder?“ Na da hatte ja wieder jemand einen Narren an Kurti gefressen ;)
Nach einigen Minuten wurde ich zu Doktor Huber ins Zimmer gerufen, der erst einmal einen ausgiebigen Blick auf meine Narbe warf und diese als perfekt verheilt bezeichnete. Natürlich war noch ein Strich zu sehen, wo sich der Schnitt ereignet hatte, doch trotz meiner Zweifel an den Fähigkeiten des Krankenhaus-Arztes, schien dieser beim Nähen wirklich gute Arbeit geleistet zu haben, sodass die Einstiche nahezu gar nicht mehr zu sehen waren, sobald Hautkleber und Fäden gelöst wurden. Ich erkundigte mich auch bei Doktor Huber nochmals nach einer Behandlung der Narbe durch Cremes oder Öle und anders als mein Krankenhaus-Arzt war dieser der Meinung, Vitamin C Öl würde bei der Wundheilung helfen und verschrieb mir dieses auf Kosten der Arbeitsversicherung. Wusste ich doch, dass ich nicht einfach nichts machen sollte, so wie es der Krankenhaus-Arzt vorgeschlagen hatte ;)
Nachdem meine Arbeitsunfall-Behandlung beendet war, nutzte ich die Gelegenheit nun endlich einmal bei einem Arzt zu sitzen um ihm von meinen seit 1 ½ Wochen immer wiederkehrenden starken Kopfschmerzen zu berichten, die mich schon förmlich in den Wahnsinn getrieben hatten. Ich war mittlerweile schon so verängstigt, dass ich ernsthaft darüber nachgedacht hatte, mein Hirn nach irgendwelchen Tumoren abscannen zu lassen – so weh tat das Ganze!
Dr. Huber warf also einen Blick in meinen Hals, meine Nase und meinen Rachen und beruhigte mich mit der simplen Aussage: „Gute Nachricht, sie werden überleben“ sogleich ;) Im Detail erklärte er mir nun, woher meine Schmerzen kamen – eine durch Allergie ausgelöste Verschleimung meines Rachenbereiches hatte dafür gesorgt, dass sowohl meine beiden Nasenhöhlen, als auch die hinter dem Auge liegenden Hohlkammern völlig verstopft waren, was in einem starken Schmerz hinter meinem Auge resultierte – und nahm sich wirklich Zeit mir zu erleutern, wie es dort hinten in meinem Nasenbereich aussah. So gut war ich noch nie von einem Arzt unterrichtet worden! So manch ein Roßdörfer Arzt könnte sich da ruhig mal eine Scheibe von abschneiden *räusper* Mir war es immer gewesen, als habe ich hier in Australien nicht mit Heuschnupfen-Beschwerden zu kämpfen, deshalb wäre ich auch nie auf die Idee gekommen, meine Kopfschmerzen könnten auch nur im Geringsten damit zusammen hängen – tja, falsch gedacht, auch hier auf der anderen Seite scheine ich von meinen Allergien leider nicht verschont zu bleiben.
Dr. Huber ging gleich aufs Ganze und verschrieb mir neben Nasenspray auch gleich Antibiotika um die Entzündung abschwellen zulassen, sodass ich die Apotheke schließlich zwar um 120 AUD ärmer, aber mit einer ganzen Medikamenten-Sammlung reicher wieder verließ ;)
Sogar die saftige Gebühr, die mir in Australien abverlangt wird, um einen Arzt zu sehen, wurde auf Dr. Hubers Drängen hin von 95 AUD auf 80 AUD erniedrigt – hey, das ist schon einmal Essen gehen ;) - und somit verließ ich den Arzt guten Mutes und mit der Hoffnung, bald von meinen Kopfschmerzen erlöst zu sein.
Ausruhen war aber natürlich nicht, schließlich war ich ja heute für die Abendschicht zum Arbeiten eingetragen und obwohl ich viel lieber bereits jetzt zur Bootsparty gegangen wäre, die sich heute auf Franks Boot – einem Freund, den Lisa und ich vor Monaten in Airlie Beach kennen gelernt hatten und der hier in Sydney lebt – ereignen sollte, hatte ich schlicht und ergreifend keine Wahl. Kaum hatte die Uhr jedoch 23.30 Uhr geschlagen und wir alles im Restaurant aufgeräumt, sauste ich hinunter zur U-Bahn und keine 20 Minuten später fand ich mich in Darling Harbour auf Franks Boot ein.
Dort hatte die Party schon um 19 Uhr begonnen und eine schon merklich beschwipste Lisa und ein ebenso merklich torkelnder Frank holten mich vom Pier ab um mich zum Boot zu führen ;) Kein Wunder, bedenkt man doch Franks Version des „Long Island Iced Teas“, dessen Geheimnis es doch ist, lediglich aus Alkohol zu bestehen und nur gerade soviel Cola zu enthalten, dass sich die Farbe des Getränkes verändert. Zu meiner Erleichterung hatten die Anwesenden – Frank, Lisa, Ina, Mel, Albert und seine Freundin Sarah (letztere 3 hatte Frank auf seinem Tauchurlaub auf Koh Tao kennengelernt, aus dem er gerade zurückgekehrt war) – die Schüssel Long Island Iced Tea schon vernichtet und mir blieb damit ein weitaus angenehmeres - von Mel zusammen gemixtes - Gebräu übrig ;)


Für mich war es das erste Mal, dass ich Frank wieder traf, seit wir uns im September letzten Jahres in Airlie Beach kennen gelernt hatten, denn – gelobt sei die Arbeit ;) - während Lisa sich in den letzten Wochen immer mal wieder mit ihm hatte treffen können, war ich immer verhindert gewesen. Nun endlich hatten wir es also geschafft und schon wie in Airlie hatten wir super viel Spaß bei Getränken, Musik und Unterhaltungen. Erst gegen 4 Uhr früh verschlug es uns schließlich ins Innere des Schiffes um zu Schlafen und es mangelte auf dem Boot auch nicht gerade an Übernachtungsmöglichkeiten um uns alle unterzubringen ;) Während Lisa und ich uns also – wie wir das gewöhnt sind – ein Doppelbett teilten, verweilte Frank auf jenem Bett, dass sich genau über meiner Doppelbetthälfte befand. Warum dieses Detail wichtig ist? Wartet nur ab!
Ich war also schon seelenruhig in das Land der Träume abgedriftet, als ich plötzlich unsanft aus meinem Schlaf geweckt wurde – es tropfte auf mich! „Was zur Hölle!?“ dachte ich mir, denn es war klar, dass das nur von Franks Bett kommen konnte. Die Horrorstory, die mir in einem jener Hostels berichtet worden war, die ich auf meiner Reise besucht hatte, kam mir in den Sinn: Ein Kerl hatte sich eines Abends so dermaßen betrunken, dass er seine Blase im Schlaf nicht mehr unter Kontrolle zu haben schien und pinkelte ins Bett. Auch hier ist diese Geschichte – bedenkt man, dass es sich dabei um ein Hostelbett handelt – schon wirklich peinlich, aber es kommt noch besser: der Junge schlief nämlich auf dem oberen Bett eines Hochbettes und sein „Unfall“ betraf dann auch gleich noch das Mädchen das unter ihm schlief, welches von der durch die Matratze dringenden „Flüssigkeit“ voll getropft wurde. Versteht ihr meinen Gedankengang? „Ich bringe dich um Frank! Ich bringe dich UM!“, dachte ich mir und setzte mich so auf dem Doppelbett auf, dass ich auf seine Liege sehen konnte. Dort fand ich – zu meiner Verwirrung, doch ebenso zu meiner großen Erleichterung - eine offene Wasserflasche auf dem Bett liegend vor. „Gott sei Dank, er hat nur den Deckel nicht richtig aufgesetzt“, schoss es mir durch den Kopf und ich sendete ein paar Stoßgebete Richtung Himmel ;) Ich sammelte also die Flasche vom Bett, verschloss sie wieder und tupfte – so gut es eben ging – mit einem Handtuch die völlig durchnässte Matratze etwas trocken. Frank schlief derweil noch seelenruhig weiter und ich wollte ihm seinen Frieden auch gar nicht nehmen. Ich legte mich also wieder hin und schon war ich eingeschlafen.
Nach einigen Minuten wurde ich zu Doktor Huber ins Zimmer gerufen, der erst einmal einen ausgiebigen Blick auf meine Narbe warf und diese als perfekt verheilt bezeichnete. Natürlich war noch ein Strich zu sehen, wo sich der Schnitt ereignet hatte, doch trotz meiner Zweifel an den Fähigkeiten des Krankenhaus-Arztes, schien dieser beim Nähen wirklich gute Arbeit geleistet zu haben, sodass die Einstiche nahezu gar nicht mehr zu sehen waren, sobald Hautkleber und Fäden gelöst wurden. Ich erkundigte mich auch bei Doktor Huber nochmals nach einer Behandlung der Narbe durch Cremes oder Öle und anders als mein Krankenhaus-Arzt war dieser der Meinung, Vitamin C Öl würde bei der Wundheilung helfen und verschrieb mir dieses auf Kosten der Arbeitsversicherung. Wusste ich doch, dass ich nicht einfach nichts machen sollte, so wie es der Krankenhaus-Arzt vorgeschlagen hatte ;)
Nachdem meine Arbeitsunfall-Behandlung beendet war, nutzte ich die Gelegenheit nun endlich einmal bei einem Arzt zu sitzen um ihm von meinen seit 1 ½ Wochen immer wiederkehrenden starken Kopfschmerzen zu berichten, die mich schon förmlich in den Wahnsinn getrieben hatten. Ich war mittlerweile schon so verängstigt, dass ich ernsthaft darüber nachgedacht hatte, mein Hirn nach irgendwelchen Tumoren abscannen zu lassen – so weh tat das Ganze!
Dr. Huber warf also einen Blick in meinen Hals, meine Nase und meinen Rachen und beruhigte mich mit der simplen Aussage: „Gute Nachricht, sie werden überleben“ sogleich ;) Im Detail erklärte er mir nun, woher meine Schmerzen kamen – eine durch Allergie ausgelöste Verschleimung meines Rachenbereiches hatte dafür gesorgt, dass sowohl meine beiden Nasenhöhlen, als auch die hinter dem Auge liegenden Hohlkammern völlig verstopft waren, was in einem starken Schmerz hinter meinem Auge resultierte – und nahm sich wirklich Zeit mir zu erleutern, wie es dort hinten in meinem Nasenbereich aussah. So gut war ich noch nie von einem Arzt unterrichtet worden! So manch ein Roßdörfer Arzt könnte sich da ruhig mal eine Scheibe von abschneiden *räusper* Mir war es immer gewesen, als habe ich hier in Australien nicht mit Heuschnupfen-Beschwerden zu kämpfen, deshalb wäre ich auch nie auf die Idee gekommen, meine Kopfschmerzen könnten auch nur im Geringsten damit zusammen hängen – tja, falsch gedacht, auch hier auf der anderen Seite scheine ich von meinen Allergien leider nicht verschont zu bleiben.
Dr. Huber ging gleich aufs Ganze und verschrieb mir neben Nasenspray auch gleich Antibiotika um die Entzündung abschwellen zulassen, sodass ich die Apotheke schließlich zwar um 120 AUD ärmer, aber mit einer ganzen Medikamenten-Sammlung reicher wieder verließ ;)
Sogar die saftige Gebühr, die mir in Australien abverlangt wird, um einen Arzt zu sehen, wurde auf Dr. Hubers Drängen hin von 95 AUD auf 80 AUD erniedrigt – hey, das ist schon einmal Essen gehen ;) - und somit verließ ich den Arzt guten Mutes und mit der Hoffnung, bald von meinen Kopfschmerzen erlöst zu sein.
Ausruhen war aber natürlich nicht, schließlich war ich ja heute für die Abendschicht zum Arbeiten eingetragen und obwohl ich viel lieber bereits jetzt zur Bootsparty gegangen wäre, die sich heute auf Franks Boot – einem Freund, den Lisa und ich vor Monaten in Airlie Beach kennen gelernt hatten und der hier in Sydney lebt – ereignen sollte, hatte ich schlicht und ergreifend keine Wahl. Kaum hatte die Uhr jedoch 23.30 Uhr geschlagen und wir alles im Restaurant aufgeräumt, sauste ich hinunter zur U-Bahn und keine 20 Minuten später fand ich mich in Darling Harbour auf Franks Boot ein.
Dort hatte die Party schon um 19 Uhr begonnen und eine schon merklich beschwipste Lisa und ein ebenso merklich torkelnder Frank holten mich vom Pier ab um mich zum Boot zu führen ;) Kein Wunder, bedenkt man doch Franks Version des „Long Island Iced Teas“, dessen Geheimnis es doch ist, lediglich aus Alkohol zu bestehen und nur gerade soviel Cola zu enthalten, dass sich die Farbe des Getränkes verändert. Zu meiner Erleichterung hatten die Anwesenden – Frank, Lisa, Ina, Mel, Albert und seine Freundin Sarah (letztere 3 hatte Frank auf seinem Tauchurlaub auf Koh Tao kennengelernt, aus dem er gerade zurückgekehrt war) – die Schüssel Long Island Iced Tea schon vernichtet und mir blieb damit ein weitaus angenehmeres - von Mel zusammen gemixtes - Gebräu übrig ;)
Für mich war es das erste Mal, dass ich Frank wieder traf, seit wir uns im September letzten Jahres in Airlie Beach kennen gelernt hatten, denn – gelobt sei die Arbeit ;) - während Lisa sich in den letzten Wochen immer mal wieder mit ihm hatte treffen können, war ich immer verhindert gewesen. Nun endlich hatten wir es also geschafft und schon wie in Airlie hatten wir super viel Spaß bei Getränken, Musik und Unterhaltungen. Erst gegen 4 Uhr früh verschlug es uns schließlich ins Innere des Schiffes um zu Schlafen und es mangelte auf dem Boot auch nicht gerade an Übernachtungsmöglichkeiten um uns alle unterzubringen ;) Während Lisa und ich uns also – wie wir das gewöhnt sind – ein Doppelbett teilten, verweilte Frank auf jenem Bett, dass sich genau über meiner Doppelbetthälfte befand. Warum dieses Detail wichtig ist? Wartet nur ab!
Ich war also schon seelenruhig in das Land der Träume abgedriftet, als ich plötzlich unsanft aus meinem Schlaf geweckt wurde – es tropfte auf mich! „Was zur Hölle!?“ dachte ich mir, denn es war klar, dass das nur von Franks Bett kommen konnte. Die Horrorstory, die mir in einem jener Hostels berichtet worden war, die ich auf meiner Reise besucht hatte, kam mir in den Sinn: Ein Kerl hatte sich eines Abends so dermaßen betrunken, dass er seine Blase im Schlaf nicht mehr unter Kontrolle zu haben schien und pinkelte ins Bett. Auch hier ist diese Geschichte – bedenkt man, dass es sich dabei um ein Hostelbett handelt – schon wirklich peinlich, aber es kommt noch besser: der Junge schlief nämlich auf dem oberen Bett eines Hochbettes und sein „Unfall“ betraf dann auch gleich noch das Mädchen das unter ihm schlief, welches von der durch die Matratze dringenden „Flüssigkeit“ voll getropft wurde. Versteht ihr meinen Gedankengang? „Ich bringe dich um Frank! Ich bringe dich UM!“, dachte ich mir und setzte mich so auf dem Doppelbett auf, dass ich auf seine Liege sehen konnte. Dort fand ich – zu meiner Verwirrung, doch ebenso zu meiner großen Erleichterung - eine offene Wasserflasche auf dem Bett liegend vor. „Gott sei Dank, er hat nur den Deckel nicht richtig aufgesetzt“, schoss es mir durch den Kopf und ich sendete ein paar Stoßgebete Richtung Himmel ;) Ich sammelte also die Flasche vom Bett, verschloss sie wieder und tupfte – so gut es eben ging – mit einem Handtuch die völlig durchnässte Matratze etwas trocken. Frank schlief derweil noch seelenruhig weiter und ich wollte ihm seinen Frieden auch gar nicht nehmen. Ich legte mich also wieder hin und schon war ich eingeschlafen.
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