Donnerstag, 26. November 2009

Rockhampton - der erste Abend und schon wieder Anschluss :)

Pünktlich um 18.15 Uhr war ich nun in Rockhampton angekommen und dank meiner Vorbereitung via GoogleMaps stellte es sich auch nicht als Schwierigkeit heraus das „Downtown Hostel“ zu finden. In der dazugehörigen Bar bezahlte ich nun also für mein Bettchen und bekam sogleich meinen Schlüssel ausgehändigt. „Einfach wieder raus und nach links, dann die erste Tür wieder rein und die Treppen hoch!“, hieß es. Gesagt, getan, begab ich mich hinaus, nur um 2 Sekunden später vor einer Tür mit der Aufschrift „OWNTOWN“ zu stehen. „Owntown? Das ist aber komisch... Ich dachte die zwei Namen für das Hostel wären „Downtown Hostel“ oder „Oxford Hotel“... ein dritter Name? Bin ich hier überhaupt richtig?“
Einige Sekunden später übermannte mich ein Anfall von Verlegenheit... „OWNTOWN“, war schließlich „Downtown“ ohne „D“... das hatte wohl jemand abgekratzt. Ich kam mir ja so blond vor ;)
Jetzt also davon überzeugt, die richtige Tür erwischt zu haben, betrat ich das Hotel / Hostel und schleppte meine Taschen die Treppen hinauf. Uff, ich reise ganz eindeutig mit zu viel Gepäck! Oben angekommen wurde ich wirklich positiv überrascht: Nachdem auf Reisebine doch relativ schlechte Bewertungen für das Hostel abgegeben worden waren, hatte ich mich schon darauf eingestellt, ein mehr oder weniger appetitliches Hostel vorzufinden. Diese Befürchtung stellte sich jedoch als völliger Trugschluss heraus. Zwar ist es hier weiß Gott nicht schön und auch in keiner Weise anheimelnd, aber es ist sauber :) Und das hat doch schon mal was! Mein Zimmer ist zwar relativ klein, da das Bett – ein Doppelstock Bett mit einem Doppelbett unten und einem Einzelbett oben – sehr viel Raum einnimmt und erinnert mit seinen hohen weißen Wänden ein wenig an ein Gefängnis - aber hey, zumindest gehört die Gefängniszelle mir alleine und das bedeutet: Ein Doppelbett nur für mich ;) hihi!
Ich erkundete das Hostel also weiter und setzte mich einen Moment in die Küche um das eben gefundene Stadt-Prospekt Rockhamptons aufzuschlagen, als ein Mädchen die Küche betrat. Kontaktfreudig wie ich bin, sprach ich sie natürlich gleich an und es stellte sich heraus, dass sie auch Deutsche war... woher wusste ich das nur? ;)
Regina (19), die auch gerade die Schule in Deutschland abgeschlossen hat und hier in Rockhampton bereits vor 2 Tagen angekommen war, möchte hier in Rocky eine Weile bleiben und sucht derzeit nach einem Job. Nachdem sie mir von ihrem Plan berichtet hatte, von Pub zu Pub zu schlendern und nach Jobs zu fragen, fragte ich sie, ob ich sie begleiten dürfte und sie willigte ein. Somit käme ich wenigstens aus dem Hostel heraus und würde Rocky ein bisschen kennen lernen. Kurze Zeit später auf der Straße, war es dann um meinen Orientierungssinn schon wieder geschehen und ich dappelte brav neben Regina her, die doch sehr viel genauer zu wissen schien, wo wir uns gerade befanden.
Zwar erreichte sie in punkto Job noch nichts, doch in einer der Bars kamen wir ins Gespräch mit einem älteren Australier (schätzungsweise so um die 45), der ihr gleich in punkto Mitfahrgelegenheit (die sie zu einem etwas außerhalb gelegenen Dorf suchte) weiter helfen konnte. Gemeinsam mit ihm – Jacko - hieß es dann den Pub wechseln, denn im „Great Western“ hatte die Küche schon ab 20.30 Uhr geschlossen und ich hatte doch heute Abend noch nichts gegessen. So wanderten wir hinüber in den irischen Pub „O'Dowds" und ich genoss ein gutes Hühnchen-Schnitzel mit Pommes – Schnitzel sind hier im übrigen komischer Weise traditionell aus Hühnchen-Fleisch! Dabei wurde geschnattert was das Zeug hält und es stellte sich heraus, dass Jacko Dach-Isolationen verlegt. Sehr amüsant! Wie klein die Welt doch ist ;)
Nachdem auch dieser Pub Anstalten machte zu schließen (und das schon um kurz nach 21 Uhr... so was würde es in Deutschland ganz bestimmt nicht geben ;) ), nahmen wir uns auf Jacko's Wink hin ein Taxi und fuhren zur „Ginger Mule“-Bar. Dort endlich sollten wir nun die ersten Studenten treffen, denn was ich bis dahin nicht wusste ist: Rockhampton verfügt über eine große Universität und damit einen relativ großen Anteil an Studenten in der Stadt. Außerdem neu für mich: Rockhampton war mit einer Einwohnerzahl von um die 100.000 doch um einiges größer als Mackay mit seinen ungefähr 75.000 Einwohnern. Nach den abwertenden Kommentaren meine Mackay-Freunde gegenüber Rockhampton, hatte ich aus irgend einem Grund erwartet, dass die Stadt doch deutlich kleiner wäre.
Nun also im „Ginger-Mule“ stellte sich heraus, dass Jacko keineswegs nur zu uns so kontaktfreudig war, denn von den anwesenden Studenten – allesamt Mitglieder des Rugby Clubs -, kannte er so ziemlich alle. Unter anderem wurden wir Aussie vorgestellt (nein, sein Name ist nicht wirklich so, er heißt eigentlich Brad), einem sehr netten 23 jährigen Barmanager des Rugby-Clubs, der gerade sein Ingenieursstudium mit dem Bachelor abgeschlossen hatte. So zusammen sitzend fanden wir heraus, dass Regina eine Vorliebe für Kühe hat und am liebsten einmal auf einer reiten würde. Da bot es sich doch perfekt an, dass am Freitag eine Rodeo-Show anstand, bei der sie sich zumindest einmal die Technik abgucken könnte. Ich entschloss mich meinen Aufenthalt von Freitag auf Samstag morgen zu verlängern, um mir dieses Spektakel nicht entgehen zu lassen.
Nach ausgiebigen Gesprächen und vielen Getränken im „Ginger Mule“ entschieden wir uns dann – und nicht wie man vielleicht vermuten würde auf Drängen der Jungs hin, sondern ganz eindeutig auf Reginas Anstoß hin – in den direkt neben der Bar befindlichen Strip-Club „The Zodiac“ zu gehen. Bestimmt ließe sich dort die eine oder andere Tanzbewegung abgucken.
Die Show, die die Mädchen jedoch ablieferten, war ehrlich gesagt ein wenig schlapp. Wir hatten trotzdem Spaß, konnte man sich doch wunderbar amüsieren, wenn man sich vorstellte, was die Mädels da oben dachten, wenn sie mit gelangweiltem Gesichtsausdruck durch die Gegend tanzten. Eines musste man ihnen jedoch lassen: Sie hatten es wirklich drauf die Pol-Stange zu erklimmen und auch so mancher Trick ließ sich daran vollführen. Das nenne ich Körperspannung!
Nachdem wir uns nun also an Tänzerinnen satt gesehen hatten, brachten uns die Jungs – ganz Gentleman - schließlich zurück ins Hostel, um vor'm morgigen Tag doch noch ein bisschen Schlaf zu bekommen. Da Aussie bis zum Nachmittag nicht arbeiten musste, planten wir gemeinsam zum Botanischen Garten zu fahren um uns die Schildkröten anzusehen, von denen Ryan mir in Mackay erzählt hatte. Das sollte ein Spaß werden! Ich kuschelte mich also in mein Doppelbett hinein, das ich mir immer noch mit mit niemandem teilen musste, und entschwand zufrieden in die Welt der Träume.

Mittwoch, 25. November 2009

Update aus dem Nirgendwo - Auf dem Weg nach Rockhampton

Nun endlich sollte es also soweit sein: Ich wollte Mackay verlassen und weiter nach Rockhampton ziehen. Na ja, von einem so wirklich starken Willen konnte dabei keine Rede sein, schließlich genoss ich doch die Zeit mit meinen in Mackay gefundenen Freunden sehr und wäre am liebsten einfach dort geblieben. Aber so wie der Verstand eines Reisenden eben funktioniert, muss er sich doch irgendwann eingestehen, dass es Zeit ist aufzubrechen und Neues zu entdecken. Es hieß also: Segel los und auf ins Unbekannte!
Den Bus hatte ich bereits für Mittwoch Mittag um 13.15 Uhr gebucht und auch ein Hostel ließ sich noch finden, dass mich für die nächsten zwei Nächte aufnehmen würde. Dabei fiel die Wahl gar nicht so leicht, wie erhofft, den jene Hostels, die im Inneren Rockhamptons liegen, haben doch eher schlechte Bewertungen auf der Australien-Reise-Seite „Reisebine.de“ abbekommen. Die schönen Hostels jedoch, sind ohne Auto nur schwerlich zu erreichen und damit für eine Stadterkundung mehr als unpässlich. Also entschloss ich mich für das als „wenig atmosphärisch“ beschriebene „Downtown Backpackers“, das den unschlagbaren Vorteil der Stadtnähe hat, und gegen das zweite zentral gelegene Hostel, das Bewertungen wie „stinkend“ und „dreckig“ über sich ergehen lassen musste. Ich werde mir schon meine eigene Atmosphäre zu schaffen wissen ;)
Am morgen wurde es dann etwas knapp mit all den Dingen, die ich noch erledigen wollte, oder musste. Um 9.30 Uhr stand Kaffee trinken mit Ron an, von dem es mir ganz schön schwer fiel mich zu verabschieden. Na ja, seine Pläne, vielleicht zurück nach Brisbane zu ziehen, könnten sich ja positiv auf ein baldiges Wiedersehen auswirken.
Danach musste ich mich natürlich noch von Chris, Corinna, Kathi und Sophie verabschieden – meinen deutschen Backpacker-Freunden, mit denen ich so gute BBQs veranstaltet hatte.
Zurück im Hostel sammelte ich noch schnell die E-Mail Adressen meiner Mitbewohner ein, denn mit ihnen hatte ich mich ja innerhalb meines einwöchigen Aufenthaltes auch schon angefreundet.
Außerdem hieß es nun auf den letzten Drücker meine Zimt-Chips zu backen, deren Zutaten ich schon seit einer Woche bei Josh untergelagert hatte und die ich es immer noch nicht geschafft hatte in die Tat umzusetzen. Da ich die Zutaten jedoch nicht transportieren konnte, wurde es nun also wirklich Zeit! Außerdem ergab sich damit eine günstige und leckere Reiseverpflegung für mich.
Gesagt getan hechtete ich nun zu Josh auf die Arbeit, denn in seinem Auto hatte ich das Weihnachtspäckchen gelagert, was ich noch heute zur Post schaffen musste. Die letzten Handgriffe wurden also vorgenommen und schon sprintete ich Richtung Einkaufszentrum und in die Postfiliale hinein – bis zur Abfahrt des Busses blieben mir noch genau 50 Minuten. Dank der netten Postangestellten jedoch, die mir half über den Papierkram hinweg zu kommen – unglaublich, ich musste doch tatsächlich detailliert jedes einzelne Stückchen in meinem Päckchen angeben (natürlich ohne nach zu gucken ;) ). Warum passiert einem sowas immer, wenn man es eilig hat?! - schaffte ich es aber noch rechtzeitig fertig zu werden und um 103 Dollar erleichtert raste ich zurück zum Hostel um meine Sachen aufzupicken und auf den Bus zu warten.
Hier sitze ich nun schon seit etwa 5 Stunden und habe plangemäß nur noch eine halbe Stunde Fahrt vor mir. Um mich herum sah man die ganze Strecke wirklich nicht viel – wir passierten auf unserem Weg (bei dem es sich doch schließlich um ganze 350 km handelt!) vielleicht wenn es hoch kommt 100 Häuser (Ausfahrt aus Mackay mal ausgenommen)... hier ist wirklich was los!
Dennoch, wer mit einem Broadband-Internet-Stick ausgerüstet ist, findet auch im Nirgendwo mal etwas Handyempfang und so kann ich mich doch nicht über mein Schicksal beklagen ;)
Am Freitag morgen um 5.30 Uhr, soll es nun schon wieder weiter gehen und ich werde mich in „Agnes Water“, beziehungsweise der kleinen Partnerstadt „Town of 1770“, niederlassen.
Mal sehen, was ich bis dahin von Rockhampton zu sehen bekomme.
Liebe Grüße, die Franzi aus dem Bus :)

Freitag, 13. November 2009

Die heldenhafte Errettung zweier Backpacker ;)

- Foto folgt, sobald erhalten ;) -

Da ich plante Mackay bald zu verlassen um mich weiter Richtung Süden zu begeben, hielt ich es für eine kluge Idee, mich nach so langer Zeit bei Freunden, in einem der beiden örtlichen Hostels einzuquartieren. Auf diese Weise erhoffte ich mir vielleicht jemanden kennen zu lernen, mit dem ich weiter Reisen könnte.
Da ich von den Ansässigen nur relativ schlechte Kritiken über das „Gekkos Rest“ gehört hatte, entschied ich mich für die Konkurrenz und erkundigte mich am Freitag Nachmittag nach der Verfügbarkeit von Betten im „Larrikin's Lodge“. Das Hostel ist relativ klein und verfügt nur über 4 8-Mann Schlafsäle, sowie 3 Zwei-Mann-Zimmer. Damit erreicht es einen Charme, der eher an ein Privathaus erinnert, als an ein Hostel und ich fühlte mich gleich wohl. Da für die nächsten zwei Nächte leider keine Betten mehr frei waren, buchte ich mich für Sonntag ein und plante noch 2 Nächte bei Josh auf der Couch zu verbringen.

Auf meinem Weg zurück in die Stadt erspähte ich nun ein Pärchen – mit ihren Rucksäcken eindeutig als Backpacker zu erkennen –, dass am Straßenrand saß. Da sie ziemlich verwirrt auf einen Stadtplan starrten und ich ja mit meinen 1 ½ Monaten Erfahrung in Mackay doch schon über ein kleines bisschen Ortskenntnis verfüge, ging ich zu ihnen hinüber und fragte sie – auf Englisch natürlich -, ob ich ihnen helfen könnte. An ihrem deutschen Akzent unschwer zu entlarven, nahm man meine Hilfe schnell an und auf deutsch – mit ebenfalls sehr leicht zu enttarnenden sächsischem Akzent – erzählte man mir, sie hätten für diese Nacht kein Bett, denn die Hostels wären beide ausgebucht. Das kam mir doch irgendwo her verdammt bekannt vor. Nachdem ich ihnen nun also von meinem Mackay-Anfangs Dilemma berichtet hatte, bot ich ihnen als Notlösung das McGuires an, einen Pub, von dem ich wusste, dass er auch Unterkünfte anbot.
Nun ging es also mit ihren Backpacks auf dem Rücken (ich war insgeheim mal wieder froh, dass ich mich für einen Trolley und nicht für einen Rucksack entschieden hatte) quer durch die gesamte Innenstadt. Von ihr würden die Beiden auch nicht so sonderlich viel sehen, denn sie planten am nächsten Tag um 13.15 Uhr schon wieder den nächsten Bus zu nehmen. Ich befürchte, dass kaum ein Reisender Mackay so gut kennen lernt, wie ich ;)
Im McGuires angekommen konnte ich es mir dann natürlich nicht verkneifen mir Rico's und Evilin's Zimmer auch einmal anzusehen und war ehrlich gesagt positiv überrascht. Ja, es war ein bisschen heruntergekommen und hatte keineswegs eine so nette Atmosphäre wie ein Hostel, aber hey, es war sauber und mit 20 Dollar die Nacht zumindest im Preis unschlagbar. Was will man mehr für eine Nacht Zwischenstop?
Nachdem sich die Beiden nun also häuslich eingerichtet hatten, begleitete ich sie noch für ein Stündchen zur Lagoone um ein bisschen die Sonne zu genießen. Hach, ich fühlte mich wirklich gut, den beiden zu helfen gewusst zu haben ;) Meine gute Tat des Tages :) So hatte ich wenigstens etwas von der Hilfsbereitschaft an einen anderen Menschen weitergeben können, die ich doch so großzügig von Ron erfahren hatte – in meinem Bereich der Möglichkeiten versteht sich. Und das an einem Freitag den Dreizehnten ;)

Donnerstag, 12. November 2009

Ein Blick über Mackay

Nachdem wir die Woche über immer fleißig gekocht hatten, entschlossen sich Josh und ich uns am Donnerstag eine Auszeit zu gönnen und uns eine Pizza zu holen. Gesagt, getan, ging es zu „Eagle Boys Pizza“, der australischen Fast-Food Pizza-Kette (ähnlich wie Joey's bei uns). Eine „Chicken Club“ und eine „Super Supremo“ Pizza mehr im Gepäck ging es nun also zum Verzehren hinauf auf den „Mount Oscar“, von welchem man einen wundervollen Blick über Mackay erhaschen kann. Manchmal sagen Bilder einfach mehr als Worte, deshalb seht selbst:

Mittwoch, 11. November 2009

Fein Dinieren im "Latitude 21"

Als Dankeschön dafür, dass ich einen Monat lang in Ron's Haus wohnen durfte, lud ich ihn ein, mit mir Essen zu gehen. Dabei wollte ich nicht nur in eines der vielen relativ billigen Restaurants in der Stadtmitte gehen, sondern ein bisschen auf die Pauke schlagen.


Natürlich bot mir das gleich eine Gelegenheit mein neues Kleid auszuführen, dem ich letzte Woche einfach nicht widerstehen konnte und dem nun ein Verwendungszweck zukommen musste, damit ich mein Gewissen beruhigen konnte. Schließlich hatte mich das Kleid mehr als 3 Übernachtungen in einem Hostel gekostet. Ja, sehr richtig, ich rechne hier nämlich weniger in Geldbeträgen, als viel mehr in Hostel-Übernachtungen ;) Wäre ein Kleid für 90 Dollar (also etwa 55 Euro) in Deutschland wirklich nicht sonderlich teuer für mich, so ergibt sich aus der Übernachtung-Rechnung doch schon ein beachtlicher Preis. Mein Kollege vom Isolations-Stand jedoch meinte scherzhaft, ich würde, wenn ich mit dem Kleid unterwegs bin, sicherlich jemanden finden, der mich für mehr als 3 Nächte bei sich auf nimmt. Hahaha! Das sollte ich mal ausprobieren ;) Wie auch immer, ich glaube die Investition hat sich gelohnt. Oder was meint ihr? ;)
Verabredet um 19 Uhr von Ron abgeholt zu werden, saß ich um 19.30 Uhr immer noch auf der Couch in Josh's Wohnzimmer und wartete auf den
Herren, der sich dank einer einstündig gebuchten Massage, die kostenlos auf 2 Stunden verlängert wurde, ein wenig verspätete. Man kann es ihm nicht übel nehmen, ich hätte auch nicht nein gesagt, haha! Josh und ich nutzten derweil die Zeit um ein paar schöne Fotos von mir und meinem Kleidchen zu schießen, sodass sich das warten wenigstens gelohnt hat ;) Schließlich im Auto sitzend stellte sich uns die Frage: Wohin nun? Da ich mich in Mackay nun wirklich weniger auskenne als Ron, vertraute ich ganz auf sein Urteil und wurde nicht enttäuscht. Wir fuhren hinunter zum Hafen und schlenderten hinein ins „Latitude 21“, einem sehr atmosphärischen und feinen Restaurant.
Aufgebrezelt wie ich mich in meinem Kleidchen aber hatte, zog ich dann doch alle Blicke auf mich, als uns der Kellner zu einem Tisch begleitete. Scheinbar ist man hier gut gekleidete Frauen nur dann gewohnt, wenn es um die Pferderennen geht ;)
Die Speisekarte des Restaurants konnte sich wirklich sehen lassen. Was man da zu Lesen bekam, hörte sich alles sehr delikat und lecker an, sodass wir einer Vorspeise natürlich nicht widerstehen konnten. Wir entschieden uns für „Scallops un, deux, trois“ (natürlich übernahm ich den Job, es zu bestellen, musste ich doch unter Beweis stellen, dass ich zumindest auf Französisch bis 3 zählen kann ;) ), das heißt Muschelfleisch mit caramelisiertem Mais, Cocktail-Tomaten-Salsa und Seegras als "Dips", schön garniert auf einer großen Platte. Lecker! Das Muschelfleisch hatte wirklich eine unglaublich angenehme Konsistenz und war zu meiner Zufriedenstellung weder glitschig noch fischig :)
Als Hauptgericht sollte es für mich dann hausgemachte Ravioli sein, gefüllt mit einem Kürbis-Ricotta-Püree, mit Pinienkernen bestreut und Flusskrebsschwänzen. Auch dieses See-Getier schmeckte mir wieder ;) (ich bin mir sicher, dass Mama jetzt schon plant mir als erstes Gericht, zurück in Deutschland, Fisch vor die Nase zu setzten :P)
Das Essen war seinen Preis wirklich wert und war, denke ich, das leckerste und exklusivste, was ich jemals gegessen habe. Doch auch Ron's Essen konnte sich sehen lassen. Eine vollständige halbe gebratene Ente, gefüllt mit Apfel, Orange, Nelken und Anis, landete auf seinem Teller und beide mussten wir zugeben, dass der Koch wusste, was er tat. Das Fleisch war gerade durch und damit noch unglaublich saftig und zart. Dazu gab es eine tolle Mango-Cointreau Soße und „Brokkolini“ (eine bestimmte Art von Brokkoli). Einfach nur zum rein legen!
Dazu genossen wir eine Flasche guten west-australischen Merlot, der jedoch natürlich nicht mit dem Merlot unseres deutschen Winzers mithalten kann ;) Aber welcher Merlot kann das schon? ;P Die Rechnung für das Event konnte sich dafür aber auch sehen lassen... zwischen 4 und 6 Übernachtungen konnte man aus diesem Essen heraus holen... was soll's! Es hat geschmeckt! Dann schlafe ich eben ein paar mal unter der Brücke ;)



Dienstag, 10. November 2009

Michael Jackson's - This is it

Am heutigen Abend entschlossen Josh und ich uns den Film „Michael Jackson's – This is it“ anzusehen.Dieser hatte ab 28. Oktober Michael Jackson für etwa 2 Stunden auf die Kinoleinwände der ganzen Welt zurück gebracht und sollte nur 2 Wochen lang in ausgewählten Kinos zu sehen sein. Ich hatte die Hoffnung schon aufgegeben, den Film zu Gesicht zu bekommen, befand ich mich doch in Mackay – nicht gerade die Metropole der Kinofilme. Doch zu meiner Überraschung hatte sich herausgestellt, dass der Film auch hier laufen würde. So lag die Entscheidung auf der Hand: Ich musste sehen, was Michael Jackson präsentiert hätte, wäre er noch am Leben.
Ich hatte Josh extra gebeten, die Tickets für die 21 Uhr Vorstellung von „This is it“ gleich auf dem Heimweg von der Arbeit zu holen, da ich fürchtete, am vorletzten Tag der Aufführung könnte es knapp werden, mit dem Bestand des Kinos. Wie sich herausstellte war meine Angst jedoch mehr als unbegründet.
Wir betraten das Kino 5 Minuten vor Filmstart und fanden nur eine handvoll von wartenden Kinobesuchern vor unserem Saal. Jeder suchte sich nun die besten Plätze, was bei nur etwa 8-12 Zuschauern nun wirklich kein Problem darstellte. Der Rest des Kinos war – und blieb – leer. „Eigenartig“, dachte ich, denn ich hatte einen wirklichen Ansturm auf den Film erwartet... naja, vielleicht liegt es auch nur daran, dass wir es Dienstag Abend um 21.30 Uhr haben und normale Menschen morgen arbeiten müssen.

Der Film zeigte einen Michael Jackson, wie man ihn aus den Medienauftritten vor Beginn seines Comebacks wirklich nicht erwartet hätte: Michael strotzte auf der Bühne vor Energie und hatte mit seinem halben Jahrzehnt auf dem Buckel nichts an seiner Beweglichkeit und Tanzkunst verloren. Die ganze Produktion schien unter seinem Regime zu laufen und wenn ihm etwas nicht gefiel, so versuchte jeder, der an der Produktion beteiligt war, sein bestes, um es perfekt für Michael zu machen. Die Tänzer, die das Privileg hatten Michael auf der Bühne zu unterstützen, waren wirklich atemberaubend. So viel Talent auf einem Fleck gepaart mit tollen Spezialeffekten und viel viel Engagement. Als ich vor einigen Monaten davon gehört hatte, dass Michael Jackson ein Comeback plane und eine große Tour ansteuere war meine unverzügliche Reaktion gewesen: „Entweder das wird das Beste, was er je gemacht hat, oder das ganze geht dermaßen schief, dass er einem nur noch Leid tun kann, weil er sich und den Kult um seine Person völlig zerstört hat.“ Nun, da ich den Film gesehen habe, glaube ich, dass Ersteres eingetroffen wäre. Die Show war mit so viel Liebe zum Detail geplant und Michael schien sehr wohl fähig, eine Tour wie diese durchzustehen. Es ist wirklich ein Jammer, dass er sie nicht mehr erleben konnte – ich glaube er hätte sich und tausende von Fans überall auf der Welt unglaublich glücklich gemacht.

Sonntag, 8. November 2009

Würstchenverkaufen für einen guten Zweck – und natürlich selber Naschen!


Nach einer nicht sonderlich erholsamen Nacht und insgesamt nur 3 Stunden Schlaf quälte ich mich an einem Sonntag morgen um halb 7 Uhr aus dem Bett... Warum ich das machte? Für einen guten Zweck natürlich! Und für jenen netten Herren, der mir den letzten Monat ein Haus über dem Kopf beschert hatte ;)
Ron sammelt nämlich momentan Geld für eine Organisation die sich „Hands over the Water“ nennt. Diese Organisation fördert die Errichtung von Schulen und die generelle Unterstützung für die Waisen des Tsunamis, der 2004 etwa 230.000 Menschen das Leben gekostet hat. Sein Ziel ist es bis 17. Januar 5000 Australische Dollar zu sammeln und einige Tage später für eine Woche nach Thailand zu fliegen um dort an einem gesponserten Fahrradmarathon teilzunehmen, der erneut Geld für die Waisen einbringen soll (sollte sich jemand bewegt fühlen Ron zu helfen und für die Waisen zu spenden, möge er sich bitte bei mir melden, ich gebe das ganze dann weiter ;) Auch wenn es nur 5 Euro sind!). Während ich ihn bereits mit einer Spende in der Höhe von 100 Dollar unterstützt habe, dachte ich mir, ich könnte noch mehr für ihn tun und sagte ihm also an besagtem Sonntag Morgen zu, mit ihm Würstchen zu verkaufen.
Pünktlich um 7.50 Uhr holte Ron mich bei Josh ab und wir fuhren zu
BCF – einem Fisch- und Bootszubehör-Shop, der sogar Sonntags geöffnet hat – ich wohl noch etwas mehr verschlafen als er. Dort angekommen trafen wir auf Gary und Tom vom Lions Club – einem Wohltätigkeits Verein, der beständig Geld für regionale Bedürftige sammelt -, die sich freundlicher Weise bereit erklärt hatten nicht nur ihre Arbeitskraft, sondern auch Zelt, Grill, Gas, Tische und Stühle bereit zu stellen. „8 Uhr morgens und wir verkaufen Würstchen... im Ernst jetzt?!“, dachte ich bei mir, aber da man in Australien ja über andere Sitten verfügt und Bacon und Egg hier als Frühstück an der Tagesordnung stehen, ist es bis zum Würstchen nicht mehr weit und wir verkauften doch tatsächlich um 8.15 Uhr unser erstes Würstchen mit Brötchen und Zwiebeln. Verrückte Welt!
Mir wurde die Aufgabe der Essensausgabe zuteil, während Ron sich um Geld und Getränke kümmerte und Gary und Tom sich dem Grill zu wanden :) Zwar war es nicht gerade ein Ansturm auf unseren Stand, aber für einen Sonntag – und der zusätzlichen Hürde eines Marktes in der Nähe – doch wirklich kein schlechtes Ergebnis und so hatten wir um halb 2 alle Würstchen und Brötchen verkauft, die wir dabei hatten. Ein Ertrag von etwa 300-400 Dollar für ein paar Stunden Würstchen verkaufen... wirklich nicht schlecht! Vielleicht sollte ich hier einfach mein eigenes Würstchen-Geschäft aufmachen ;)

Natürlich durften wir zwischendurch auch mal selbst ein Würstchen essen und durch meine Güterkontrolle ist es ohne jegliche Schwierigkeiten durchgekommen. Gütersiegel: Lecker! :)