Mittwoch, 11. November 2009

Fein Dinieren im "Latitude 21"

Als Dankeschön dafür, dass ich einen Monat lang in Ron's Haus wohnen durfte, lud ich ihn ein, mit mir Essen zu gehen. Dabei wollte ich nicht nur in eines der vielen relativ billigen Restaurants in der Stadtmitte gehen, sondern ein bisschen auf die Pauke schlagen.


Natürlich bot mir das gleich eine Gelegenheit mein neues Kleid auszuführen, dem ich letzte Woche einfach nicht widerstehen konnte und dem nun ein Verwendungszweck zukommen musste, damit ich mein Gewissen beruhigen konnte. Schließlich hatte mich das Kleid mehr als 3 Übernachtungen in einem Hostel gekostet. Ja, sehr richtig, ich rechne hier nämlich weniger in Geldbeträgen, als viel mehr in Hostel-Übernachtungen ;) Wäre ein Kleid für 90 Dollar (also etwa 55 Euro) in Deutschland wirklich nicht sonderlich teuer für mich, so ergibt sich aus der Übernachtung-Rechnung doch schon ein beachtlicher Preis. Mein Kollege vom Isolations-Stand jedoch meinte scherzhaft, ich würde, wenn ich mit dem Kleid unterwegs bin, sicherlich jemanden finden, der mich für mehr als 3 Nächte bei sich auf nimmt. Hahaha! Das sollte ich mal ausprobieren ;) Wie auch immer, ich glaube die Investition hat sich gelohnt. Oder was meint ihr? ;)
Verabredet um 19 Uhr von Ron abgeholt zu werden, saß ich um 19.30 Uhr immer noch auf der Couch in Josh's Wohnzimmer und wartete auf den
Herren, der sich dank einer einstündig gebuchten Massage, die kostenlos auf 2 Stunden verlängert wurde, ein wenig verspätete. Man kann es ihm nicht übel nehmen, ich hätte auch nicht nein gesagt, haha! Josh und ich nutzten derweil die Zeit um ein paar schöne Fotos von mir und meinem Kleidchen zu schießen, sodass sich das warten wenigstens gelohnt hat ;) Schließlich im Auto sitzend stellte sich uns die Frage: Wohin nun? Da ich mich in Mackay nun wirklich weniger auskenne als Ron, vertraute ich ganz auf sein Urteil und wurde nicht enttäuscht. Wir fuhren hinunter zum Hafen und schlenderten hinein ins „Latitude 21“, einem sehr atmosphärischen und feinen Restaurant.
Aufgebrezelt wie ich mich in meinem Kleidchen aber hatte, zog ich dann doch alle Blicke auf mich, als uns der Kellner zu einem Tisch begleitete. Scheinbar ist man hier gut gekleidete Frauen nur dann gewohnt, wenn es um die Pferderennen geht ;)
Die Speisekarte des Restaurants konnte sich wirklich sehen lassen. Was man da zu Lesen bekam, hörte sich alles sehr delikat und lecker an, sodass wir einer Vorspeise natürlich nicht widerstehen konnten. Wir entschieden uns für „Scallops un, deux, trois“ (natürlich übernahm ich den Job, es zu bestellen, musste ich doch unter Beweis stellen, dass ich zumindest auf Französisch bis 3 zählen kann ;) ), das heißt Muschelfleisch mit caramelisiertem Mais, Cocktail-Tomaten-Salsa und Seegras als "Dips", schön garniert auf einer großen Platte. Lecker! Das Muschelfleisch hatte wirklich eine unglaublich angenehme Konsistenz und war zu meiner Zufriedenstellung weder glitschig noch fischig :)
Als Hauptgericht sollte es für mich dann hausgemachte Ravioli sein, gefüllt mit einem Kürbis-Ricotta-Püree, mit Pinienkernen bestreut und Flusskrebsschwänzen. Auch dieses See-Getier schmeckte mir wieder ;) (ich bin mir sicher, dass Mama jetzt schon plant mir als erstes Gericht, zurück in Deutschland, Fisch vor die Nase zu setzten :P)
Das Essen war seinen Preis wirklich wert und war, denke ich, das leckerste und exklusivste, was ich jemals gegessen habe. Doch auch Ron's Essen konnte sich sehen lassen. Eine vollständige halbe gebratene Ente, gefüllt mit Apfel, Orange, Nelken und Anis, landete auf seinem Teller und beide mussten wir zugeben, dass der Koch wusste, was er tat. Das Fleisch war gerade durch und damit noch unglaublich saftig und zart. Dazu gab es eine tolle Mango-Cointreau Soße und „Brokkolini“ (eine bestimmte Art von Brokkoli). Einfach nur zum rein legen!
Dazu genossen wir eine Flasche guten west-australischen Merlot, der jedoch natürlich nicht mit dem Merlot unseres deutschen Winzers mithalten kann ;) Aber welcher Merlot kann das schon? ;P Die Rechnung für das Event konnte sich dafür aber auch sehen lassen... zwischen 4 und 6 Übernachtungen konnte man aus diesem Essen heraus holen... was soll's! Es hat geschmeckt! Dann schlafe ich eben ein paar mal unter der Brücke ;)



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