Freitag, 27. November 2009

Das Schiff das Singen kann

Nachdem Aussie Nachmittags dann schließlich zur Arbeit eilen musste und ich mich in einem der Einkaufscenter Rockhamptons rumgetrieben hatte, trafen wir uns am Abend wieder, um hinaus zum „Singenden Schiff“ zu fahren, von dem Aussie ganz begeistert war. Als Kind hatte sein Vater ihn immer mit dorthin genommen und nun wollte er es mir unbedingt zeigen.
Wir fuhren also nörd-östlich von Rockhampton zu einem Dörfchen an der Küste, dessen Name schon einige Verwirrung bei mir gestiftet hatte. „Emu Park“ stand hier überall auf den Schildern und ich hatte ganz aufgeregt zu Aussie gesagt: „Wow, ihr habt hier einen Emu-Park!? Das ist ja cool! Ich wusste, dass es hier eine Krokodilfarm gibt, aber einen Emu-Park noch dazu?!“ Tja, wie sich heraus stellte, war es jedoch das Dorf, zu dem wir uns nun begeben sollten, was diesen Namen trug. Was sich der Mensch gedacht hat, der es Emu-Park nannte, weiß hier auch keiner, denn nach Aussies Aussage verirrt sich hier vielleicht 1 oder 2 mal im Jahr ein Emu hin. Na ja, was solls, dann eben keine Emus... Singende Schiffe haben ja auch was für sich!
Wir erreichten also in voller Dunkelheit „Emu Park“ und da, auf einer Anhöhe, die in die Keppel Bay hinein ragt, strahlte uns ein großes weißes Metall-Segel entgegen.
Captain Cook selbst, hatte am 27 May 1770 die Keppel Bay benannt und als sich das Ereignis 1970 zum 200. Mal jähren sollte, hatte man entschlossen zu Ehren Captain Cooks ein Denkmal zu errichten. Das 12 Meter hohe „Singing Ship“ war aus dem dazu veranstalteten Wettbewerb als eindeutiger Sieger hervorgegangen und mit 30 Millionen Dollar hatte man das Projekt zum Leben erweckt. Nun, bei Nacht, sah das „Schiff“ ja wirklich ein wenig gespenstisch aus. Ebenso gespenstisch hörte es sich an, denn es verfügt über mehrere große metallene Hohlkörper, die als Pfeifen dienen. Der Wind bläst in sie hinein und da alle Offnungen auf verschiedener Höhe liegen, entstehen eine ganze Reihe verschiedener Töne. Es wird sogar gesagt, dass das „Singing Ship“ in der Lage sein soll, ganze Lieder zu spielen.
Ein Lied konnte ich selbst nicht erkennen, jedoch hätte sich die leise und lang gezogene Melodie, die es von sich gab vermutlich gut in einem Horror-Film verwenden lassen können. Wir setzten uns also einen Moment nieder und hatten natürlich kein besseres Gesprächsthema als eben über diese Grusel-Filme zu sprechen... Na super, jetzt lief mir plötzlich ein kalter Schauer über den Rücken. Ach nein, Moment, das war doch nur der Wind... Oder doch nicht? ;)

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