Am ersten Morgen in Ron's Haus hieß es schon früh aus den Federn heraus, denn der Herr wurde schon ganz unruhig: der Wind war stark an diesem Tag. Was einen Fischermann mit kleinem Boot verärgert hätte und seine Pläne, einen guten Fang zu machen, zerstören würde, war für Ron und seine Freunde eine super Begebenheit. Denn für's Kitesurfen braucht man eine starke Priese. Ich hatte zuvor noch nie wirklich vom Kitesurfen (oder auch „Kiten“) gehört und so war dies eine ganz neue Erfahrung für mich, die ich natürlich nicht missen wollte.
Ausgerüstet mit seinem Kite – einem großen Drachen, der ein bisschen an einen Gleitschirm erinnert -, einer Luftpumpe und seinem Hüftgürtel ging es also hinaus Richtung Sarina, wo wir auf Peter (27) – einen seiner Kiter-Freunde – treffen sollten. Am Strand angekommen zeigte sich mir ein verblüffendes Naturschauspiel: Der Sandsturm, der schon vor einigen Tagen auch für den Norden Queenslands angekündigt worden war und ganz Brisbane bereits unter einer Schicht rot-braunen Staubes begraben hatte, war hier in der Ferne, über dem Meer hängend, deutlich zu sehen. Zwar war der Tag relativ freundlich und warm, doch blickte man hinaus auf's Meer, so schien es sich hier eher um einen trüben, deutschen Herbsttag zu handeln.
Die Jungs störte das jedoch eher wenig, und so pumpte Ron seinen Kite auf (der Kite enthält keinerlei starre Teile, so wie zum Beispiel Metallstangen, um ihn zu stabilisieren, sondern lediglich Luftschläuche, die aufgepumpt werden und somit Stabilisierung schaffen) und schwang sich auf sein Board. Ich bewaffnete mich derweil mit meiner Fotokamera und versuchte einen guten Action-Shot zu schießen, was sich jedoch als nicht so einfach heraus stellte, wie ich es mir vorgestellt hatte. Wenig später stießen auch Kitey und Nathan zu unserer Gruppe hinzu und somit hatte ich nun Gesellschaft beim Fotografieren, denn auch Nathan kann nicht Kitesurfen. Anders als Nathan jedoch, der eine wasserfeste Kamera dabei hatte, musste ich mich ein wenig zurück halten. Diese wasserfesten Kameras sind hier in Australien (zumindest an der Küste) wirklich unglaublich beliebt. Naja, mal rein logisch betrachtet macht das ja auch Sinn, verbringt man seine Zeit hier doch größtenteils mit Wassersportarten und am Strand. Dabei sieht so eine Wasserkamera wirklich gar nicht anders aus, als eine ganz normale Kamera und kostet auch nur 100-200 Dollar mehr, wie man mir sagte. Mich juckt es ja schon ein bisschen in den Fingern, mir so eine zu zulegen, aber auf der anderen Seite... ich hätte – zurück in Deutschland – ja doch keine Verwendung dafür (haha, höchstens beim Quietscheentchen fotografieren in der Badewanne!!).


Die Kraft, mit der Ron, Kitey und Peter von ihrem Kite durch die Gegend gezogen wurden, war schon überwältigend. Wäre der Kite nicht noch über einen Haken am Hüftgürtel des Kiters befestigt, wäre er ihnen wohl so einige Male aus der Hand geflogen. So jedoch nutzten sie den Auftrieb, den der Kite ihnen verschaffte für Sprünge und Tricks und gaben dabei wirklich keine schlechte Figur ab.
Ein bisschen neidisch war ich ja schon, da auf meinem Strand stehend, obwohl ich gestehen muss, dass ich mir nicht ganz sicher bin, ob ich so einen Kite überhaupt halten könnte. Irgendwann probiere ich das aber ganz sicher mal aus ;) Einige Stunden später nun, entschlossen wir uns zu Peter's und Claire's (seine Freundin) Haus zurück zu kehren um ein wenig zu Grillen. Neben Peter und Claire, die beide erst vor etwa einem Jahr nach Australien gezogen waren, ursprünglich aus Großbritannien stammten und hier als Zahnarzt und Zahnarzt-Helferin arbeiten, gesellte sich auch noch Michaela (23) zur Runde hinzu. Auch sie stammt ursprünglich aus England und ist vor etwa 2 Jahren mit ihrer Familie nach Australien ausgewandert.
Bei so viel europäischer Präsenz fühlte ich mich natürlich gleich wohl. Und alle fühlten wir in einem Punkt genau gleich über Australien: Australien hat die unbeschreibliche natürliche Schönheit, aber Fakt ist: Europa hat die Kultur! Jemand wie Ron, der in seinem Leben noch nie in Europa gewesen war, kann glaube ich einfach nicht verstehen, wie anders das Leben in Europa doch tatsächlich ist, genauso wie jemand, der noch nie in Australien war. Zwar ist Australien ein durch europäische Sitten geprägtes Land (wie sollte es auch anders sein, kamen die ersten Siedler doch aus Europa), doch die geographischen Begebenheiten des Landes und vor allem seine Weite schaffen doch ein ganz anderes Klima als in Europa.
Was auf der einen Seite entspannend und idyllisch erscheinen mag und auch ganz sicher ist, kann auch ganz schnell in langweilig und optionslos umschwenken, dann nämlich, wenn man nicht gerade zum Stand gehen oder sich betrinken möchte. Befindet man sich nicht in einem der handvollen Metropolen Australiens, sieht es mit Veranstaltungen, die man besuchen kann oder Plätzen, die irgend eine Beschäftigung bieten relativ rar aus. Naja, dann chille ich eben ein Jahr lang ;)
Wenig später stieß auch noch Shaun zu unserer Gruppe hinzu, der gerade erst von der Goldcoast nach Mackay hinauf gezogen war und mit Claire zusammen im Krankenhaus als Kinderzahnarzt arbeitet. Bei Hamburgern, Würstchen, Salat, Chips und einigen Drinks ließen wir es uns also richtig gut gehen und saßen bis tief in den Abend noch quatschend zusammen. In dieser Gruppe fühlte ich mich nun wirklich pudelwohl. Peter und Claire waren soo lieb und ich hatte so vieles, was ich mit ihnen bereden konnte, sodass ich mich gleich fühlte, als wären sie schon jahrelang meine Freunde und auch Michaela war mir überaus sympatisch.
Als Ron mir an diesem Abend anbot so lange im Haus zu bleiben wie ich wolle und lediglich 60 Dollar pro Woche für die Unterkunft von mir verlangte, stand deshalb gleich für mich fest: Klar, hier bleibe ich! Bei so vielen tollen Leuten und einer Stadt, die dafür bekannt ist, dass man hier leicht Arbeit findet, warum nicht?
Ausgerüstet mit seinem Kite – einem großen Drachen, der ein bisschen an einen Gleitschirm erinnert -, einer Luftpumpe und seinem Hüftgürtel ging es also hinaus Richtung Sarina, wo wir auf Peter (27) – einen seiner Kiter-Freunde – treffen sollten. Am Strand angekommen zeigte sich mir ein verblüffendes Naturschauspiel: Der Sandsturm, der schon vor einigen Tagen auch für den Norden Queenslands angekündigt worden war und ganz Brisbane bereits unter einer Schicht rot-braunen Staubes begraben hatte, war hier in der Ferne, über dem Meer hängend, deutlich zu sehen. Zwar war der Tag relativ freundlich und warm, doch blickte man hinaus auf's Meer, so schien es sich hier eher um einen trüben, deutschen Herbsttag zu handeln.
Die Jungs störte das jedoch eher wenig, und so pumpte Ron seinen Kite auf (der Kite enthält keinerlei starre Teile, so wie zum Beispiel Metallstangen, um ihn zu stabilisieren, sondern lediglich Luftschläuche, die aufgepumpt werden und somit Stabilisierung schaffen) und schwang sich auf sein Board. Ich bewaffnete mich derweil mit meiner Fotokamera und versuchte einen guten Action-Shot zu schießen, was sich jedoch als nicht so einfach heraus stellte, wie ich es mir vorgestellt hatte. Wenig später stießen auch Kitey und Nathan zu unserer Gruppe hinzu und somit hatte ich nun Gesellschaft beim Fotografieren, denn auch Nathan kann nicht Kitesurfen. Anders als Nathan jedoch, der eine wasserfeste Kamera dabei hatte, musste ich mich ein wenig zurück halten. Diese wasserfesten Kameras sind hier in Australien (zumindest an der Küste) wirklich unglaublich beliebt. Naja, mal rein logisch betrachtet macht das ja auch Sinn, verbringt man seine Zeit hier doch größtenteils mit Wassersportarten und am Strand. Dabei sieht so eine Wasserkamera wirklich gar nicht anders aus, als eine ganz normale Kamera und kostet auch nur 100-200 Dollar mehr, wie man mir sagte. Mich juckt es ja schon ein bisschen in den Fingern, mir so eine zu zulegen, aber auf der anderen Seite... ich hätte – zurück in Deutschland – ja doch keine Verwendung dafür (haha, höchstens beim Quietscheentchen fotografieren in der Badewanne!!).

Die Kraft, mit der Ron, Kitey und Peter von ihrem Kite durch die Gegend gezogen wurden, war schon überwältigend. Wäre der Kite nicht noch über einen Haken am Hüftgürtel des Kiters befestigt, wäre er ihnen wohl so einige Male aus der Hand geflogen. So jedoch nutzten sie den Auftrieb, den der Kite ihnen verschaffte für Sprünge und Tricks und gaben dabei wirklich keine schlechte Figur ab.
Ein bisschen neidisch war ich ja schon, da auf meinem Strand stehend, obwohl ich gestehen muss, dass ich mir nicht ganz sicher bin, ob ich so einen Kite überhaupt halten könnte. Irgendwann probiere ich das aber ganz sicher mal aus ;) Einige Stunden später nun, entschlossen wir uns zu Peter's und Claire's (seine Freundin) Haus zurück zu kehren um ein wenig zu Grillen. Neben Peter und Claire, die beide erst vor etwa einem Jahr nach Australien gezogen waren, ursprünglich aus Großbritannien stammten und hier als Zahnarzt und Zahnarzt-Helferin arbeiten, gesellte sich auch noch Michaela (23) zur Runde hinzu. Auch sie stammt ursprünglich aus England und ist vor etwa 2 Jahren mit ihrer Familie nach Australien ausgewandert. Bei so viel europäischer Präsenz fühlte ich mich natürlich gleich wohl. Und alle fühlten wir in einem Punkt genau gleich über Australien: Australien hat die unbeschreibliche natürliche Schönheit, aber Fakt ist: Europa hat die Kultur! Jemand wie Ron, der in seinem Leben noch nie in Europa gewesen war, kann glaube ich einfach nicht verstehen, wie anders das Leben in Europa doch tatsächlich ist, genauso wie jemand, der noch nie in Australien war. Zwar ist Australien ein durch europäische Sitten geprägtes Land (wie sollte es auch anders sein, kamen die ersten Siedler doch aus Europa), doch die geographischen Begebenheiten des Landes und vor allem seine Weite schaffen doch ein ganz anderes Klima als in Europa.
Was auf der einen Seite entspannend und idyllisch erscheinen mag und auch ganz sicher ist, kann auch ganz schnell in langweilig und optionslos umschwenken, dann nämlich, wenn man nicht gerade zum Stand gehen oder sich betrinken möchte. Befindet man sich nicht in einem der handvollen Metropolen Australiens, sieht es mit Veranstaltungen, die man besuchen kann oder Plätzen, die irgend eine Beschäftigung bieten relativ rar aus. Naja, dann chille ich eben ein Jahr lang ;)
Wenig später stieß auch noch Shaun zu unserer Gruppe hinzu, der gerade erst von der Goldcoast nach Mackay hinauf gezogen war und mit Claire zusammen im Krankenhaus als Kinderzahnarzt arbeitet. Bei Hamburgern, Würstchen, Salat, Chips und einigen Drinks ließen wir es uns also richtig gut gehen und saßen bis tief in den Abend noch quatschend zusammen. In dieser Gruppe fühlte ich mich nun wirklich pudelwohl. Peter und Claire waren soo lieb und ich hatte so vieles, was ich mit ihnen bereden konnte, sodass ich mich gleich fühlte, als wären sie schon jahrelang meine Freunde und auch Michaela war mir überaus sympatisch.
Als Ron mir an diesem Abend anbot so lange im Haus zu bleiben wie ich wolle und lediglich 60 Dollar pro Woche für die Unterkunft von mir verlangte, stand deshalb gleich für mich fest: Klar, hier bleibe ich! Bei so vielen tollen Leuten und einer Stadt, die dafür bekannt ist, dass man hier leicht Arbeit findet, warum nicht?
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